Altersteilzeit weiter umstritten
Tarifrunde für Redakteure an Tageszeitungen gescheitert

dpa HAMBURG. Die Tarifrunde für die rund 14 000 Redakteure an Tageszeitungen ist am Donnerstag gescheitert. Knackpunkt der Verhandlungen in Hamburg war nach Darstellung der Zeitungsverleger und der Gewerkschaften ein tariflicher Anspruch auf Altersteilzeit. Da die Verleger diese Forderung ablehnten, konnte auch über die neuen Tarifgehälter keine Einigung erzielt werden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hatte 5,0 % mehr Gehalt für die Redakteure gefordert, die IG Medien 5,5 %. Beide begründeten die Aufschläge mit den positiven Konjunkturaussichten sowie dem prosperierenden Anzeigen-Geschäft. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV, Berlin) legte nach Angaben der Gewerkschaften kein konkretes Angebot vor. Wie der BDZV selbst mitteilte, werde er prüfen, ob er seinen Mitgliedern empfiehlt, die Redakteursgehälter einseitig zu erhöhen. Solch ein Schritt werde zu einer weitern Erosion der Tarifverträge führen, warnten die Gewerkschaften.

Es sei nicht nachzuvollziehen, dass der DJV und die IG Medien auf einen tariflichen Anspruch auf Altersteilzeit für Redakteure beharrten, schrieb der BDZV (Bonn). Der zu treffende Abschluss sei nicht mit denen der Druckindustrie und bei Verlagsangestellten zu vergleichen, weil Kriterien wie "schwere körperliche Belastung" und "Nacht- oder Schichtarbeit" nicht zuträfen. Zudem seien Redakteure hoch qualifizierte Kräfte, die in anderen Tarifwerken ebenfalls von Regelungen zu Altersteilzeit ausgenommen blieben. Deshalb sei es ausgeschlossen, eine Regelung für alle deutschen Zeitungsverlage abzuschließen. Es bleibe den Verlagen unbenommen, dazu Individualverträge oder Betriebsvereinbarungen abzuschließen, so der BDZV.

Die Gewerkschaften forderten den BDZV auch auf, die Tarifeinheit wieder herzustellen. Er hatte ihren Angaben zufolge kein Verhandlungsmandat für die Länder Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern. In den Geltungsbereich des Tarifabschlusses auch Online- Redakteure einzubeziehen, hätten die Zeitungsverleger abgelehnt.

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