Altersvorsorge mit Fonds
AS-Fonds: Alles aus einer Hand

Sie kamen vor der Riester-Rente, wurden aber auch speziell für die Altersvorsorge entwickelt: AS-Fonds sollen Sparern helfen, ein Polster fürs Alter aufzubauen. Viele Fondsgesellschaften bauen sie jetzt in ihre Riester-Produkte ein.

DÜSSELDORF. Das Kürzel AS steht für Altersvorsorge Sondervermögen, gedacht als eine Art staatliches "Gütesiegel" für Fonds. Doch Vorsicht: Auch AS-Fonds garantieren kein sorgloses Alter. Wer auf den falschen Vorsorge-Fonds setzt, kann Geld und kostbare Ansparzeit verlieren. Anleger sollten daher auf eine sorgfältige Auswahl achten.

Der Vorteil der Vorsorgeform: Die Kunden erhalten alles aus einer Hand. AS-Fonds sind weniger riskant als ein reiner Aktienfonds, da sie gleichzeitig in Aktien-, Renten- und Immobilienanlagen investieren. Ein Anlage-Mix, der damit Sicherheit und durch den Aktienanteil auf lange Sicht dennoch einen hohen Wertzuwachs verspricht.

Damit bis zur Rente auch ein ansehnlicher Betrag zusammenkommt, hat der Gesetzgeber den Anbietern strenge Vorgaben gemacht: Die Fondsmanager dürfen bis zu 75 Prozent des Vermögens in Aktien investieren. Um eine angemessene Rendite zu garantieren, darf der Aktienanteil aber auch nicht unter 21 Prozent rutschen. Eine Spanne, die den Geldverwaltern viel Spielraum lässt. So sind denn auch recht unterschiedliche AS-Fonds auf dem Markt. Manche Gesellschaften unterscheiden bei ihren Produkten nach der Risikobereitschaft ihrer Kunden. Für risikoscheue Anleger mischen sie beispielsweise mehr Renten bei, für risikofreudige Kunden nutzen sie dagegen den maximal möglichen Aktienanteil. In guten Börsenphasen schneiden diese Fonds teilweise besser ab als mancher Branchenfonds.

Weitere Auflage: Bis zu 30 Prozent der Fonds dürfen in Immobilien - sowohl Direktanlagen als auch offene Immobilienfonds - investiert werden. Sie bieten erfahrungsgemäß eine stabile Entwicklung. 70 Prozent des Anlagekapitals müssen gegen Währungsrisiken abgesichert sein. Optionsgeschäfte dürfen die Fondsmanager nur zur Absicherung der Aktienpositionen einsetzen. Auch fremde Währungen (außerhalb der Euro-Zone) sind auf maximal 30 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Dazu muss die Fondsgesellschaft mindestens für die eingezahlten Beiträge eine Sicherheitsgarantie geben.

AS-Fonds sind bequem: Der Anleger schließt einen Sparplan mit einer Mindestlaufzeit von 18 Jahren - oder bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres ab. Zum Vertragsende muss ihm die Gesellschaft dann einen Auszahlungsplan anbieten.

Ein fest vereinbarter Sparbetrag wird per Dauerauftrag wahlweise jeden Monat, einmal im Quartal oder einmal im Jahr überwiesen. Damit erwirbt er laufend Anteilsscheine an dem Fonds. Ihr Preis variiert mit dem Auf und Ab an der Börse. Das heißt bei steigenden Kursen erwirbt der Anleger weniger, bei fallenden Kursen mehr Anteile für den gleichen Sparbetrag. Auf lange Sicht ergibt das einen günstigen Durchschnittspreis. Fachleute nennen dies "Cost-Average-Effekt".

AS-Fonds sind eine langfristige Anlage, aber dennoch flexibel. Die Einzahlungsraten können geändert werden. Auch der Verkauf von erworbenen Fondsanteilen zum aktuellen Kurs ist möglich. Das kann sich lohnen, falls der gewählte Fonds im Vergleich zur Konkurrenz schlechter abschneidet.

Wer vor Ende der Laufzeit an sein Geld will, muss zur Ablösung des kompletten Sparvertrags eine dreimonatige Kündigungsfrist einhalten. Ausnahme: Bei Arbeitslosigkeit oder anderen Notlagen genügt ein Monat.

Ein Bonbon der AS-Fonds: Hält der Anleger durch, darf er nach zwei Dritteln der Laufzeit kostenlos in andere Fonds der Gesellschaft wechseln. Durch das Umschichten in einen Rentenfonds kann das aufgebaute Vermögen beispielsweise kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter vor eventuellen Kursrückgängen geschützt werden.

Größter Nachteil der Vorsorge-Fonds: Wer sie wählt, gibt seine Anlageentscheidung aus der Hand. Bei der Auswahl des Depotbestands muss er fortan auf die - mehr oder weniger- glückliche Hand des Fondsmanagers vertrauen. Dieser Service hat seinen Preis. Manche Gesellschaften verlangen eine jährliche Depotgebühr von bis zu 20 Euro. Dazu kommen Kaufspesen von zwei bis fünf Prozent pro Sparrate plus laufende Verwaltungskosten.

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