Altersvorsorge: Riestern? Jetzt erst recht

Altersvorsorge
Riestern? Jetzt erst recht

Warum gehen Sie eigentlich arbeiten? Könnten Sie nicht auch von Hartz IV und der Grundsicherung leben? So ähnlich läuft derzeit die Debatte um die Riester-Rente. Ein Fernsehbericht hat die gesamte Nation erschreckt. Wer über die Riester-Rente fürs Alter vorsorgt, läuft Gefahr, dass er am Ende gar nichts vom Sparen hat, weil die Riesterzahlungen auf die gesetzlich garantierte Grundsicherung angerechnet werden. Die Renten würden in 20 Jahren so mager ausfallen, dass sie sich in vielen Fällen unter Sozialhilfeniveau bewegen. Das klingt entmutigend - doch es ist auch für Geringverdiener kein Grund, jetzt auf das Riestersparen zu verzichten.

Aufgerüttelt hat der Bericht auf jeden Fall. Der paritätische Wohlfahrtsverband etwa hat ausgerechnet, dass nur derjenige in den Genuss seiner kompletten Ersparnisse kommt, der über 1900 Euro brutto im Monat verdient und mindestens 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Alle anderen müssten mit Abzügen rechnen, betroffen wären viele Millionen. Denn schon in 14 Jahren könnte die Durchschnittsrente auf Sozialhilfeniveau abgesunken sein.

Das ist aber eher ein Grund, noch mehr zu sparen. Denn wer möchte schon im Alter an der Armutsgrenze leben? Alle Ersparnisse und Vermögen würden im Fall einer zu mageren Rente angerechnet, um das Grundsicherungsniveau zu erreichen. Auch das Depot-Konto, das Sparbuch und das Haus. Nicht nur die Riesterrente. Die Riester-Rente aber kann auf Grund der hohen Staatsgeschenke sehr gut vor Alterseinkünften auf Sozialhilfe-Niveau schützen. Ein 35-jähriger Alleinverdiener mit einem Einkommen von 30 000 Euro im Jahr und zwei Kindern etwa kommt schon mit einem Sparbetrag von 36,66 Euro im Monat nach 30 Jahren auf ein stattliches Vermögen von 72 109 Euro, das verrentet auf jeden Fall ein paar Hunderter im Monat bringt. Eingezahlt hat er in dem Zeitraum aber nur 16 000 Euro, weil der Staat über die gesamte Zeit Grundzulage und über viele Jahre Kinderzulagen dazu bezahlt hat. Zudem zeigt der Zinseszinseffekt über so viele Jahre hohe Wirkung. Außerem: Wer weiß schon genau, wie die persönliche Situation in 30 Jahren aussieht? Bis dahin sind viele Gesetze längst geändert und auch die persönliche Einkommenssituation mag sich deutlich verbessert haben.

Was kommt, ist am ehesten für ältere Riester-Sparer absehbar, die nicht mehr viele Jahre bis zur Rente haben. Hier nennt die Verbraucherzentrale Bremen einen Trick: Wer schon ahnt, dass die Rente unter Sozialhilfe-Niveau fällt, der kann den Riestervertrag noch vorzeitig auflösen und das Geld verjubeln. Dann kassiert der Staat zwar auch seine Förderung wieder ein. Aber die Zinserträge darauf bleiben dem Sparer erhalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%