Altersvorsorge
Was die Amis besser können

Sparen, sparen, sparen … das Credo der Altersvorsorge schlagen viele Amerikaner in den Wind. Die Sparquote beträgt dort zurzeit lächerliche 0,4 Prozent, während die Deutschen immerhin zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens beiseite legen. Trotzdem ist das Pro-Kopf-Vermögen der Amerikaner doppelt so hoch wie bei uns. Wie machen die das?

Sparen, sparen, sparen ? das Credo der Altersvorsorge schlagen viele Amerikaner in den Wind. Die Sparquote beträgt dort zurzeit lächerliche 0,4 Prozent, während die Deutschen immerhin zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens beiseite legen. Trotzdem ist das Pro-Kopf-Vermögen der Amerikaner doppelt so hoch wie bei uns. Wie machen die das?

Der Trick der Amerikaner: das Geldvermögen wächst dort wesentlich schneller weil sie mutig jeden zweiten Dollar in Aktien gesteckt haben. Mit dem Erfolg, dass ein Amerikaner umgerechnet gut 105 000 Euro im Rücken hat, der Deutsche müht sich dagegen bei 55 000 Euro ab.

Es gibt eine goldene Regel, nach der ein Sparer einen Anteil von 100 minus Lebensalter in Aktien stecken sollte. Danach müssten die Deutschen im Schnitt 90 Jahre alt sein: nur zehn Prozent ihrer Anlagen wandern in Dividendentitel. Tendenz fallend. Die jüngste Korrektur an den Aktienmärkten hat Anleger nach den neuesten scharenweise in die Flucht geschlagen. Aus Aktienfonds haben sie im ersten Halbjahr15,8 Mrd. Euros abgezogen, in niedrig verzinste und obendrein oft teure Geldmarktfonds sind dagegen 28 Mrd. Euro geflossen. Große Summen wanderten auch in Festgeld.

Wie viel Geld bei dieser vermeintlich sicheren Anlagestrategie verloren geht, hat in diesen Tagen der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) vorgerechnet. Aus einer Einmalanlage von 10 000 Euro wurden in einem deutschen Aktienfonds nach 20 Jahren im Schnitt 51 180 Euro. Mit einem internationalen Rentenfonds als Basis errechnet der BVI immerhin noch 30 440 Euro. Liegt Geld dagegen 20 Jahre in einem Geldmarktfonds, der sich zuletzt mit durchschnittlich 2,75 Prozent verzinst, dann werden daraus nur 17 204 Euro. Theoretisch.

Nach Steuern und Inflation dürfte der Sparer nur wenig besser wegkommen, als wenn er das Geld gleich unter die Matratze legt. Trotz dieser Zurückhaltung hat sich das Aktienfondsvermögen der Privatanleger von 2003 bis 2007 fast verdoppelt. Das lag nicht an den Zuflüssen sondern daran, dass der Wert der Titel in der vierjährigen Rally kräftig gestiegen ist.

Solche Zahlen sollen natürlich auch Werbung für die Fondsbranche machen. Aber sie belegen, dass erfolgreiches Sparen nicht nur mit Vorsicht sondern auch mit Mut zu tun hat. Da könnten die Deutsche von den Amerikanern lernen. Auf ihre Disziplin brauchen sie ja nicht zu verzichten.

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