Altes Duell unter neuen Vorzeichen: Weiter Eiszeit zwischen Maier und Eberharter

Altes Duell unter neuen Vorzeichen
Weiter Eiszeit zwischen Maier und Eberharter

Österreich liegt seinen Ski-Helden zu Füßen, doch Stephan Eberharter und Hermann Maier mochten sich bei der Siegesfeier nicht in die Augen sehen. Erst nach ausdrücklicher Aufforderung durch Österreichs Verbandspräsident Peter Schröcksnadel stießen "Gold-Stephan" und "Silber-Hermann" mit Sekt auf ihren Doppelerfolg beim WM-Super-G in St. Moritz an - den Blick zu den Kameras und nicht zueinander gerichtet. Über das Pflichtprogramm gegenseitiger Gratulation und Höflichkeiten wollten sie dann doch nicht hinausgehen.

HB/dpa ST. MORITZ. Die Rivalität der beiden österreichischen Skistars blieb auch bei allem Trubel im Österreicher-Haus nach dem rot-weiß-roten Traumstart spürbar. "Er hat eine gute Leistung gebracht. Für mich ist es schon wie ein Sieg, dass ich im oberen Streckenteil schneller gewesen bin", stichelte Maier. Und Eberharter - sonst eher gelassen - versprühte ein wenig Gift, als er auf die Leistung des "Herminators" nach dessen schwerer Beinverletzung angesprochen wurde: "Der Unterschied ist, bei anderen wird auf die Verletzungen verwiesen, bei mir geht es gerne unter." Der 33-Jährige hatte vor gut fünf Jahren nach schwerer Knieverletzung die Rückkehr in die Weltspitze geschafft.

Dabei steht das Dauerduell in dieser Saison unter anderen Vorzeichen. Eberharter kämpft um den Gesamt-Weltcup, Maier muss nach der Beinahe-Amputation seines rechten Beines erst noch die körperlichen Folgen seines Unfalls restlos überwinden. Beide sind zumindest in diesem Winter keine direkten Rivalen, können unabhängig voneinander ihre Ziele erreichen. "Stephan hat vor zwölf Jahren schon gewonnen, ich bin zurückgekehrt. Es ist ganz fair, was passiert ist", stimmte der Flachauer daher auch versöhnliche Töne an. "Sie sind halt die Besten", freute sich die "Kronenzeitung" mit beiden "Helden".

Die Schlagzeilen der österreichischen Zeitungen gehören sonst eher Maier: "Hollywood-Reif: Vom Rollstuhl auf das Siegerpodest", schrieb die "Kronenzeitung" noch in ihrer Internetausgabe. Während Maier Kameras und Medien-Aufmerksamkeit förmlich in sich aufsog und auch länger die Party genoss, blieb sich Stephan Eberharter treu. Eher still, jedoch aufgeräumt und sympathisch, feierte der Zillertaler mit seinen Eltern das dritte WM-Gold. Keine Akkordeon-Darbietung wie 1991, oder im vergangenen Jahr nach seinem Olympia-Gold: "Mein Leben hängt nicht von 1:30 Minuten ab", hat der Gesamt-Weltcupsieger der Vorsaison bereits in schlechten Tagen seiner abwechslungsreichen Laufbahn gesagt.

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