Altkanzler verurteilt Annäherung der SPD an PDS
Kohl kündigt Wahlkampfeinsatz in Berlin an

Altbundeskanzler Helmut Kohl hat der SPD vorgeworfen, mit einer Politik der Anbiederung an die PDS die Bundesrepublik und ihre Hauptstadt Berlin schwer zu belasten und kündigte "massive" Eingriffe in den Wahlkampf an.

ap/ ddp ESSEN. Altkanzler Helmut Kohl (CDU) will sich im kommenden Wahlkampf in Berlin für seine Partei einsetzen. Er werde "massiv im Wahlkampf" eingreifen, um zu verhindern, dass es in der Hauptstadt zu einer Koalition zwischen SPD, Grünen und PDS komme, sagte Kohl am Sonntag auf einer Veranstaltung zum Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in Essen. In die gegenwärtige Diskussion um "CDU-interne Probleme" wolle er sich jedoch nicht einmischen, betonte der langjährige Parteivorsitzende.

Die SPD habe in den letzten Jahren schrittweise die Hemmungen abgebaut, um mit der SED-Nachfolgepartei gemeinsame Sache zu machen. Dabei habe die Vorgängerpartei der PDS die blutige Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der damaligen DDR mitzuverantworten.

Kohl warf dem SPD-Vorsitzenden, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Generalsekretär Franz Müntefering "grobe Geschichtsvergessenheit" vor. So, wie die SPD jetzt die PDS hofiere, mache sie sich schuldig an einer Geschichtskettung, die nicht akzeptabel ist, meinte der Exkanzler. Er prophezeite, dass die Zusammenarbeit von SPD und PDS über Berlin hinaus weiter gehen werde. "Wer noch einen Rest politischen Verstand hat, weiß, wohin das führen soll. Wir werden alles tun, um dieses Unglück zu verhindern. Dies ist nicht unser Weg", sagte Kohl.

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