Am Dienstag gegen Krakau soll Heimkomplex abgelegt werden
Königsblaue Weihnachtsrechnung

Fröhliches Weihnachtsfest oder verdorbene Winterferien? Innerhalb von vier Tagen kann der FC Schalke 04 mit dem Einzug ins Uefa-Pokal-Achtelfinale und dem angestrebten Punktgewinn bei Bayern München zum Ende der Bundesliga-Hinserie für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen - aber auch viel verspielen.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. "Wir sollten in der Lage sein, Wisla Krakau zu schlagen. Und wenn wir dann am Samstag in München was machen, dann war es insgesamt noch ein gutes Jahr", sagte Manager Rudi Assauer vor dem Drittrunden-Rückspiel gegen die derzeit beste polnische Mannschaft am Dienstag (17.30 Uhr/ZDF).

Das 1:1 im Hinspiel in Krakau beschert den "Königsblauen" eigentlich gute Voraussetzungen für das Weiterkommen, wäre da nicht die fast beängstigende Heimschwäche der vergangenen Wochen. Der letzte Bundesliga-Heimsieg in der Arena "Auf Schalke" liegt über zwei Monate (5. Oktober) zurück, danach wurde die bedenkliche Negativ-Serie nur noch beim 5:0 gegen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal durchbrochen. Auch die dürftige Chancenverwertung macht Sorgen. In Krakau ließ die Mannschaft elf teils hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt. "Drei bis vier Tore hätten wir schon machen müssen. Da haben wir den Sieg verschenkt. Das 1:1 ist kein Polster", sagte Trainer Frank Neubarth am Montag.

Trotz großer Belastungen muss sich der Pokalsieger gegen Polens "Herbstmeister" zusammenreißen und vor der Winterpause die letzten Kräfte mobilisieren. Mut macht die gute Heimbilanz im Uefa-Cup seit der Rückkehr auf die internationale Bühne 1996. In 13 Partien (Torverhältnis 22:1) daheim kassierte der Uefa-Cup-Sieger von 1997 nur einen Gegentreffer, und zwar in der Verlängerung des Viertelfinal-Rückspiels gegen Inter Mailand (1:1). Auch gegen Krakau soll eine stabile Abwehr die Basis für den Erfolg legen. "Wir müssen konzentriert sein, weil Krakau sehr gefährlich kontern kann", sagte Abwehrchef Marco van Hoogdalem.

Nicht ohne Grund, denn Stürmer Marcin Kuzba sorgte im Hinspiel für einige Gefahr, auch Top-Torjäger Maciej Zurawski ist immer für ein Tor gut. Daher hat Wisla-Coach Henryk Kasperczak, der als heißester Kandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen Nationaltrainers Zbigniew Boniek gilt, die Hoffnung auf die Sensation nicht aufgegeben. "Es wird schwer, aber wir wollen in die nächste Runde", sagte der 56-Jährige, der um den Einsatz von Kapitän Kamil Kosowski und Spielmacher Miroslaw Szymkowiak bangt.

Ungleich größer sind seit Wochen Neubarths Sorgen. Doch Entspannung zeichnet sich ab, weil sich die Langzeitverletzten Nico van Kerckhoven (20-Minuten-Comeback gegen Bremen) und Stürmer Victor Agali sowie Jörg Böhme wieder als Alternativen anbieten. Der Linksfuß trainiert bereits wieder, ein Einsatz scheint möglich. "Endlich habe ich wieder mehr Optionen", sagte Neubarth, der nur noch die Ausfälle Tomasz Waldoch und Gustavo Varela beklagt.

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