Am Dienstag könnten Streiks zu überfüllten Zügen führen
Bahn meistert umfangreichen Fahrplanwechsel

Der Fahrplanwechsel und das neue Preissystem der Deutschen Bahn haben am Montagmorgen ihre Bewährungsprobe im Berufsverkehr mit einigen Ausnahmen weitgehend bestanden. Lediglich im Schienenverkehr in Nordrhein-Westfalen kam es zu merklichen Verspätungen. Die Pünktlichkeitsquote von normal etwa 90 auf 80 Prozent gesunken, teilte ein Bahn-Sprecher in Düsseldorf mit.

HB/dpa HAMBURG. In den anderen Bundesländern lief der Berufsverkehr bei der Bahn praktisch reibungslos. Zum Start des neuen Fahrplans verschaffte sich Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Morgen einen eigenen Eindruck.

Mit dem Regionalexpress fuhr Stolpe von Potsdam nach Berlin. In Begleitung des Vorsitzenden der Bahn-Region Nordost, Joachim Trettin, nutzte er die rund halbstündige Fahrt bis zum Bahnhof Friedrichstraße für Gespräche mit Beschäftigten und Kunden über Fahrzeiten und - verbindungen sowie das neue Preissystem. Sein erstes Fazit: "Das läuft gut."

In Dortmund gab es "Anlaufschwierigkeiten" vor allem mit der Bereitstellung von ICE-Zügen gegeben. Das habe sich auf viele Verbindungen ausgewirkt, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf. In Baden-Württemberg erreichten die Pendler ohne Verspätungen ihre Arbeitsstellen. Die Fahrgäste in der Landeshauptstadt hätten sich vorab gut über die Neuerungen informiert.

Mit überfüllten Zügen müsste eventuell am Dienstag gerechnet werden, da die Gewerkschaft Verdi zu Streiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen hat. Auch in Hannover kam es nach Angaben der Bahn zu keinen Problemen wegen Zugausfällen und Verspätungen. In Hamburg und Schleswig-Holstein zeigte sich die Bahn sehr zufrieden mit dem Verlauf der Umstellung.

Am Münchner Hauptbahnhof waren nach den Änderungen keine Auffälligkeiten zu beobachten. Beschäftigte der Bahn berichteten lediglich, dass es wegen der geänderten Fahrplanzeiten deutlich mehr Nachfragen der Fahrgäste gegeben habe. In Sachsen bestand der neue Bahn-Fahrplan bislang seine Feuertaufe. Nach Angaben einer Bahnsprecherin gab es in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls keine nennenswerten Zwischenfälle.

Der Fahrplanwechsel und das neue Preissystem der Bahn waren auf teils heftige Kritik gestoßen. Nach Ansicht von Fahrgastverbänden werden Fahrkarten trotz zahlreicher Rabatte für viele Kunden teurer. Wer künftig frühzeitig seine Fahrkarten bucht, bekommt Rabatt. Spontan Reisende müssen dagegen mit höheren Kosten rechnen. Im Fernverkehr setzt die Bahn künftig auf den ICE und Intercity (IC). Interregio-Verbindungen werden weitgehend aufgegeben und durch Intercity-Linien oder Nahverkehrszüge ersetzt.

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