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Am Dienstag Oracle – nun AOL und „Big Al“

Am Dienstag war es noch der Softwarekonzern Oracle, der dem Nasdaq - Index Rückenwind gab. Am Mittwoch sind es vor allem Notenbank-Chef "Big Al" und AOL Time Warner, die sowohl den Dow Jones- als auch den Nasdaq - Index in die grüne Zone trieben. Finanz- und zyklische Werten waren gefragt.

Der Wärter der US-Leitzinsen gab vor dem Bankenausschuss des US-Senats positive Kommentare zu den Wirtschaftsdaten ab. Er sieht zur Zeit nicht die Gefahr einer drohenden Inflation. Sollten die Energiekosten weiter steigen und die US-Konjunktur weiter schwächeln, .wird eine erneute Senkung der US-Leitzinsen immer wahrscheinlicher.

Mediengigant AOL bestätigte für das laufende Fiskaljahr die Prognosen. Das Geschäft ziehe zum Ende des Jahres wieder an. Das Problem mit den Werbeeinnahmen scheint eingedämmt. Denn die rückläufige Entwicklungen der Einnahmen sei zunächst gestoppt.

Diese Nachrichten fielen auf fruchtbaren Boden. Die Kurse spiegelten den Optimismus wider, dass die US-Konjunktur die Talsohle durchschritten habe.

Zu den größten Dow Jones Gewinnern zählten zu Börsenschluss die Aktien von Philip Morris, J.P. Morgan und Caterpillar. Die Aktie von Walt Disney legte ebenfalls an Wert zu. Treibende Kraft in diesem Fall: Viacom. Das Papier des Konzerns, dem unter anderem die Fernsehsender CBS, MTV und Showtime Networks gehören, profitierte von einer Empfehlung von Broker Merrill Lynch. Die Analysten empfahlen kurzfristig orientierten Anlegern die Aktie des Medienkonzerns zu kaufen. Artverwandte Werte wie Walt Disney und General Electric, dem der Fernsehsender CNBC gehört, waren ebenfalls gefragt.

Unter Druck gerieten zur Wochenmitte erneut die Technologiewerte. Doch es bot sich ein gemischtes Bild. Während die Internet-, Software- und Biotechwerte gewinnen konnten, gaben die Werte der Telekommunikations- und Netzwerksektoren nach.

Die Gewinnwarnungen der Netzwerkausrüster drückten die Kurse. Die Aktie von Tellabs des weltgrößten Herstellers von Equipment für Telefonnetze musste kräftig einbüßen. Das Unternehmen veröffentlichte am Dienstag nach Handelsschluss eine Gewinnwarnung. Statt dem ursprünglich erwarteten Gewinn von 29 Cents pro Aktie wird das Unternehmen lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. In diesem Quartal dürfte Tellabs statt der angepeilten Umsatzgewinn von 800 Millionen Dollar nur 500 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Vorstand macht die schwache Nachfrage der Telekommunikationskonzerne für die gesenkte Prognose verantwortlich.

Mit im Boot waren auch die Chiphersteller, die wegen der negativen Analystenkommentaren unter Druck gerieten. Halbleiterhersteller Intel war hier die Ausnahme. Obwohl am Mittwoch das Analystenhaus Lehman Brothers die Gewinnerwartungen für Intel gesenkt hatte, schien die positive Haltung des Vorstands die Anleger zu überzeugen. Dieser sieht im dritten oder vierten Quartal des Jahres den Boden für die Branche und kündigte zudem Kapazitätskürzungen an. Vor allem die kapitalintensive Telekommunikationsindustrie hat unter der anhaltenden Konjunkturschwäche der USA zu leiden. Tellabs verbundene Werte wie Cisco Systems notierten schwächer. Sun Microsystems büßte ebenfalls ein. Neben Tellabs warnte auch Teradyne, Zulieferer für Testgeräte für die Chipproduktion, vor enttäuschendem Umsatz und GewinnIm Internetbereich zählte das Internetauktionshaus Ebay zu den Gewinnern. Das Unternehmen hob die Gewinnerwartungen an. Im Plus standen auch die Papiere der Biotechfirmen Chiron, Millennium Pharmaceuticals und Genentech.

Die Finanzwerte legten auf breiter Front zu. Das Brokerhaus Bear Stearns präsentierte den Investoren gute Quartalszahlen. Mit einem Gewinn von 1,18 Dollar schlägt das Bankhaus die Analystenerwartungen im vergangenen Quartal um neun Cents. Auch wenn der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um über 20 Prozent zurückging, stimmte das Ergebnis die Anleger bei der momentanen Lage des Aktienmarktes zufrieden. Bereits am Dienstag hatten Goldman Sachs und Lehman Brothers erfreulichen Quartalsresultaten gemeldet.

Nach wie vor ist ein die Luftfahrt Sorgenkind Nummer eins. Sie verzeichnete den größten Umsatzeinbruch seit 25 Jahren. Schuld sind die hohen Ölpreise. Die Fluggesellschaften Northwest und United Airlines warnten. Sie werden für dieses Quartal einen Verlust ausweisen. Nach Delta und American Airlines ist nun United Airlines an der Reihe eine Gewinnwarnung aussprechen. Die zweitgrößte Fluggesellschaft in den USA teilte mit, dass der Verlust im zweiten Quartal größer ausfallen wird, als ursprünglich erwartet. Weniger Passagiere bei gleichzeitig höheren Personal- und Benzinkosten belasteten das Ergebnis. Bei Delta und American waren unter anderem die gesunkene Zahl der Geschäftskunden für die schlechten Zahlen verantwortlich.

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