Am Donnerstag tagt der EZB-Rat
Die beginnende Zahlensaison birgt keinen Grund zur Euphorie

Die Börsianer müssen sich auch nach der Kursrally zur Wochenmitte erneut auf weitere Turbulenzen an den internationalen Börsen einstellen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Quartalsberichte vieler US-Unternehmen spiegelten oftmals die schwächere Konjunktur wider. Umsätze und vor allem Gewinne waren geschrumpft. Doch die Börsen in New York reagierten kaum noch auf die schlechten Zahlen und feierten besonders nach der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ein Kursfeuerwerk. Am Donnerstag trifft sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer routinemäßigen Sitzung. Thema der Währungshüter wird neben Konjunktur-Fragen auch eine Zinsentscheidung für den Euro-Raum sein.



"Die Aussichten sind freundlicher geworden, aber es gibt keinen Grund, in Euphorie zu verfallen", erwartet Carsten Riester, Analyst der GZ-Bank. In der kommenden Woche werden viele Vorstände hierzulande über die vergangenen drei Monate Rechenschaft ablegen. "Herbe Enttäuschungen sollte es dabei nicht geben, denn die Unternehmen hatten in der Vergangenheit die Möglichkeit, die Prognosen herunter zu nehmen", sagte Riester.

Die Deutsche Telekom wird am Dienstag (24. April) im Rahmen der Bilanzpressekonferenz für 2000 auch über das gerade abgelaufene Quartal berichten. Die Zahlen könnten wegen geringerer Subventionen an die neuen Mobilfunkkunden etwas besser ausfallen als geplant. Die Deutsche Lufthansa könnte am Mittwoch (25. April) den Gerüchten entgegentreten, dass die Erträge im ersten Quartal enttäuschend seien. Am gleichen Tag muss Daimler-Chrysler Farbe bekennen: Börsianer erwarten einen Rekordverlust. Daimler selbst rechnet für das erste Quartal mit einem operativen Verlust von 1 Mrd. Euro. Hinzu kommen Sanierungskosten für die amerikanische Chrysler von 3 Mrd. Euro und die Beteiligung am japanischen Autobauer Mitsubishi Motors könnte die Stuttgarter bis zu 300 Mill. Euro gekostet haben.

Entspannter können die Anleger auf die Ergebnisse der Chemie- und Pharmawerten warten: Von BASF am Donnerstag (26. April) und der Bayer AG am Freitag (27. April) erwarten die Börsianer eine Bestätigung des positiven Trends. Schering sollte seine Gewinne im ersten Quartal um 23 Prozent auf 150 Mio. Euro gesteigert haben, weil das Unternehmen weniger Steuern zahlt. Schering berichtet am Mittwoch (25. April).

Die Zahlen von Infineon , die Vorstandvorsitzender Ulrich Schumacher am Dienstag (24. April) vorstellen wird, geben genau wie die Siemens-Ergebnisse des ersten Halbjahres einen Vorgeschmack darauf, wie weit sich die Konjunktur tatsächlich abgekühlt hat. Gerade die Technologie-Werte reagieren sensibel auf Konjunktur-Schwankungen.

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