Am Ende nur Sechster
Gescherzt, gelacht, geschlafen: Armstrong verpasst Start

Ganz so ernst nahm Lance Armstrong seinen ersten und wohl auch einzigen Auftritt in diesem Jahr in Deutschland nach dem fünften Gewinn der Tour de France nicht. Beim Einfahren überprüfte er grinsend die Kurzmitteilungen auf seinem Handy, dann scherzte er mit dem Tour-Dritten Alexander Winokurow, und schließlich verpasste der ansonsten so penible Radprofi den Start zum Paarzeitfahren in Karlsruhe.

HB/dpa KARLSRUHE. Die Folge: Nach 72 Km landete der 31- jährige Texaner an der Seite von Zeitfahr-Olympiasieger Wjatscheslaw Jekimow mit 3:12 Minuten Rückstand lediglich auf dem sechsten Platz und ging damit bei seiner vierten Teilnahme erneut leer aus.

Den Sieg vor 180 000 Zuschauern fuhren am Samstag Michael Rich (Emmendingen) und Sebastian Lang (Erfurt) in 1:24:14 Stunden ein. Den Doppelerfolg der Gerolsteiner-Mannschaft machten Torsten Schmidt (Schwelm) und der österreichische Champion Georg Totschnig mit einem Rückstand von 1:13 Minuten perfekt. Winokurow (Kasachstan) und der kurzfristig für den kolumbianischen Zeitfahr-Weltmeister Santiago Botero eingesprungene Bobby Julich (USA) vom Team Telekom kamen auf den dritten Rang (1:26:11).

Morgens auf dem Baden-Airport gelandet, mittags über einen 12-Km- Rundkurs durch die Karlsruher Innenstadt geradelt, und abends schon wieder auf dem Weg zu einem weiteren Wettbewerb in New York: Sechs Tage nach seinem Tour-Triumph präsentierte sich Armstrong trotz der Terminhatz ungewohnt locker und entspannt. Den Blick richtete er dabei aber auch auf die "große Schleife" im nächsten Jahr: "Es gibt viele Probleme, die wir beheben müssen. Ich kann aber zurück kommen auf dem Niveau der Tour der vergangenen drei Jahre." Davon war der US-Superstar beim Paarzeitfahren allerdings weit entfernt. "Ich bin auch mental erschöpft", gab Armstrong zu.

Nachdem das Duo vom US-Postal-Team vor seinem Start getrödelt hatte, verpasste es seinen Einsatz und ging "fliegend" ins Rennen. Begleitet vom Applaus der Zuschauer, konnte auch Perfektionist Armstrong über diesen Faux-Pas lachen. Zwischenzeitlich verbesserten sie sich zwar auf Rang drei, mussten aber bei hochsommerlichen Temperaturen ihrer heißen Aufholjagd Tribut zollen, während der deutsche Zeitfahrmeister Rich und Lang von Beginn an ein unangefochtenes Rennen fuhren.

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