Am ersten langen Samstag vor Weihnachten erzielten viele Einzelhändler Umsatzzuwächse
Einzelhandel startet gut ins Weihnachtsgeschäft

Nach einem guten Auftakt hoffen die Einzelhändler darauf, im Weihnachtsgeschäft Boden gut zu machen. Sie wollen zumindest den Vorjahresumsatz erreichen, nachdem das Geschäft im Jahresverlauf schleppend war.

HB DÜSSELDORF. Einen spürbaren Umsatzzuwachs verzeichnete auch Karstadt in seinen 187 Warenhäusern. Der erhoffte Schwung sei in das diesjährige Weihnachtsgeschäft gekommen, freut sich der HDE.

Die letzten Wochen im Jahr und die vier langen Samstage vor Heiligabend, an denen die Geschäfte bis 18.00 statt 16.00 Uhr geöffnet sind, sind für die Einzelhändler die wichtigste Zeit. Denn ein wesentlicher Teil des Jahresumsatzes - im Vorjahr waren es 722 Mrd. DM - wird jetzt gemacht; in Fachgeschäften wie Spielzeugläden oder Juwelieren sind es 25 bis 50 %.

Der HDE rechnet damit, dass in diesem Jahr 24 Mrd. DM im Weihnachtsgeschäft umgesetzt werden. Im enttäuschenden Vorjahr, als die hohen Preise für Heiz- und Kraftstoffe viel Kaufkraft abgezogen hatten, waren es 23,7 Mrd. DM gewesen. Erwartet hatte der HDE 27 Mrd. DM. Dass der Verband bei seiner Prognose vorsichtig ist, hat mehrere Gründe: Die Terroranschläge am 11. September, aber auch die Abschwächung der Weltkonjunktur wirkten sich ungünstig auf die Kauflaune aus. Da aber gleichzeitig zu erwarten sei, dass viele Bundesbürger in diesem Jahr auf Weihnachtsurlaub verzichten würden, könnten sie mehr Geld im Einzelhandel ausgeben, sieht Hubertus Pellengahr, Sprecher des HDE, auch die positive Seite für den Handel.

Jede Branche setzt auf andere Wachstumsimpulse fürs Geschäft. Die Juweliere hoffen beispielsweise auf den Euro: "Wir setzen darauf, dass unsere Kunden sich vor der Euro-Einführung noch etwas gönnen und ihr Geld in Gold oder Edelsteinen anlegen", sagt Bodo Jonda, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte. Die Branche will den Vorjahresumsatz von 7,2 Mrd. DM erreichen, obwohl der bisherige Jahresverlauf sehr schwierig war. Die Händler machen ein Drittel ihres Gesamtgeschäfts in der Weihnachtszeit.

Auch Musikgeschäfte sind stark auf die Kauf- und Schenkfreude der Deutschen angewiesen. "Bei den Tonträgern haben wir in diesem Jahr Einbußen zwischen 10 und 20 %", sagt Heinz Stroh, Geschäftsführer des Gesamtverbandes Deutscher Musikfachgeschäfte. Auch der Verkauf von Instrumenten stagnierte. "Wir hoffen, mit dem Weihnachtsgeschäft noch einmal die Kurve zu kriegen", fügt er hinzu.

Viele neue Produktneuheiten zur Weihnachtszeit

Mit Produktneuheiten haben sich die Spielwarenhändler auf die Gabenzeit vorbereitet: So sitzen ?Harry Potter? und der ?Herr der Ringe? rechtzeitig in den Verkaufsregalen. Im laufenden Jahr seien die Umsätze mit Lizenzprodukten stark eingebrochen, heißt es beim Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Klassische Spielwaren, vom Gesellschaftsspiel bis zum Plüschtier, seien dagegen gut gelaufen. Mit 80 % Umsatzanteil sind sie das wichtigste Segment. Bis Jahresende erwartet die Branche "bestenfalls eine Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau" (6,2 Mrd. DM).

Pessimistischer sieht der Textileinzelhandel, mit einem Jahresumsatz von rund 116 Mrd. DM zweitgrößtes Handelssegment nach dem Lebensmittelhandel, in die Zukunft. Das Weihnachtsgeschäft könne das Gesamtergebnis nicht mehr retten, sondern lediglich aufbessern: "Wir erwarten ein Umsatzminus von 1 oder 2 %", sagt Peter Engmann vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE).

Dabei sind die Rahmenbedingungen für den Weihnachtseinkauf günstig: "Zwischen Weihnachten und Neujahr liegen drei Werktage, an denen die Kunden bummeln gehen können", betont der Geschäftsführer des Bundesverbandes des deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels Lothar Weinmiller. Traditionell macht die Branche mit Accessoires und Mitnahmemöbeln einen Zusatzumsatz von 1 %. Für 2001 rechnet Weinmiller mit einem Umsatz von 56 bis 57 Mrd. DM, 3 % weniger als im Vorjahr.

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