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Am Jahresende ein weiteres blaues Auge für US-Börsen

Die Anleger bekamen letztlich ein bisschen Muffensausen . Dow und Nasdaq haben im Handelsverlauf von ihren frühen Gewinnen abgegeben, aber dennoch im Plus geschlossen.

"Die Gewinne der Unternehmen rechtfertigen dieses hohe Aktienniveau nicht", sagte ein Händler. Der Dow Jones-Index hat in diesem Jahr rund fünf Prozent an Wert verloren. Es ist für das Kursbarometer im Prinzip fast schon ausgeschlossen, in den letzten zwei Handelstagen dieses Jahres - Freitag und Montag - dieses Minus auszubügeln. Vor zwei Jahrzehnten hat der Dow Jones-Index das letzte Mal zwei Jahre in Folge schwächer abgeschlossen. Im April 1999 erreichte er das erste Mal die 10 000er-Marke, um die er seitdem herumdümpelt. Die Nasdaq hat seit Jahresanfang rund ein Drittel an Wert verloren.

Die Regierung hat die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten ohne Angabe von Gründen um einen Tag verschoben. Nun wird am Freitag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung bekannt gegeben.

Chipwerte waren am Donnerstag ohne Ausnahme im Plus. AMD profitierte von der Vermutung Merrill Lynchs, dass der Verlust im laufenden Quartal geringer ausfallen werde. Halbleiterproduzent Atmel verbesserte sich um über zehn Prozent und war ein Highlight an der Nasdaq.

Mit Ausnahme von US Airways war es ein guter Tag für die Fluggesellschaften. Die Aktie der sechstgrößten amerikanischen Fluglinie, US Airways, litt hingegen an der Grippe. Da sich zur Wochenmitte überdurchschnittlich viele Flugbegleiter krank gemeldet haben, musste die Fluglinie viele Flüge streichen.

Nachdem Einzelhandelsaktien am Vortag zu den großen Gewinnern gehörten, wurde nun der Rückwärtsgang eingelegt. Die Dow-Werte Wal-Mart und Home Depot büßten an Wert ein. Dabei haben die Analysten von Merrill Lynch noch Mut gemacht. Sie sagten, dass die Weihnachtsverkäufe nicht allzu schlecht verlaufen seien - diese Aussage gelte insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich die USA in einer Rezession befinden.

Im Gegensatz zu Wal-Mart blickt Kmart als zweitgrößter US-Einzelhändler auf ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft zurück. Das Brokerhaus Bear Stearns hat sich zwar nicht besonders positiv über das Unternehmen geäußert, hält die Aktien von Kmart aber mit einem Kursziel von 11 Dollar für weiterhin "attraktiv". Gegen den schwächeren Trend konnte sich das Papier leicht verbessern.

Ölwerte zeigten sich nicht mehr ganz so sicher im Sattel wie am Vortag. Inzwischen mehren sich die Befürchtungen, dass die von der OPEC angestrebte Förderreduzierung nicht ausreichen werde, um die Preise zu stabilisieren oder gar anzuheben. ExxonMobil und ChevronTexaco stiegen trotz der Unkenrufe. Die Erdölstaaten treffen sich am Freitag in Kairo und werden vermutlich eine Förderdrosselung um täglich 1,5 Millionen Barrel beschließen.

Yahoo bekommt vermutlich ein neues Geschäftsfeld: Arbeitsvermittlung. Das weltgrößte Internetportal ist am Drücker und wird Hotjobs.com übernehmen. TMP Worldwide , wollte bisher Hotjobs.com kaufen, hat sein Angebot aber nicht nachgebessert. Somit geht der Zuschlag an Yahoo, das 436 Millionen Dollar zahlen wird. Der Markt für Arbeitsvermittlung wird Schätzungen zufolge in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Yahoo selbst geht davon aus, dass in 2005 der Umsatz für Online-Arbeitsvermittlung bei rund vier Milliarden Dollar liegen wird.

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