Am kommenden Freitag Aufsichtsratssitzung
T-Mobile-Chef kündigt Vorstandsumbau an

Nach der Übernahme der US-Mobilfunkfirmen Voicestream und Powertel durch die Deutsche Telekom soll es Ende nächster Woche zu einer Neustrukturierung des Vorstandes bei der internationalen Mobilfunkholding T International-Mobile kommen.

Reuters SEATTLE. T-Mobile-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Seattle, man werde den Vorstand nach Regionen neu organisieren. Der Präsident und Chief Operation Operating Officer von Voicestream, Bob Stapleton, werde im Vorstand von T-Mobile künftig für das US-Geschäft zuständig sein. Die Neustrukturierung werde am kommenden Freitag Thema der Aufsichtsratssitzung sein.

Voicestream und T-Mobile werden zudem in den nächsten Wochen die ersten Ergebnisse der Integrationsteams auswerten, die eingesetzt wurden, um den anstehenden Integrationsprozess der beiden US-Firmen in Konzern Deutsche Telekom vorzubereiten und zu leiten. Die Teams wurden nach Rickes Worten für die Bereiche Infrastruktur und Einkauf, Abrechnungssysteme, Produkt- und Tarifentwicklung, Endgeräteentwicklung, Personalfragen und Markenpositionierung eingesetzt. "Es geht dabei um die Nutzung von Synergieeffekten und um die gegenseitige Effizienzkontrolle", sagte Ricke.



Die im Vergleich mit der bisherigen T-Mobile-Gruppe große Zahl an Mitarbeitern bei Voicestream und Powertel sei ein Folge des Firmenwachstums von Voicestream zu einem landesweiten Anbieter durch Zukäufe anderer Anbieter wie Aerial oder Omnipoint. Voicestream beschäftigt einschließlich Powertel rund 15 000 Menschen bei rund 5,4 Millionen Kunden. "Voicestream hat ausreichend Mitarbeiter", sagte Ricke. Man werde mit steigender Kundenzahl in die Mitarbeiterzahl "hineinwachsen". Es stehe aber keine Ankündigung eines Stellenabbaus an. "Die Übernahme ist keine Rationalisierungsstory, sondern eine Wachstumsstory", sagte der T-Mobile-Chef.



Bei der Markenführung in den USA werde der Name VoiceStream erhalten bleiben, sagte Ricke. Voicestream werde aber einen Zusatz erhalten, um die Zugehörigkeit zur Gruppe T-Mobile Global Wireless kenntlich zu machen. "Auf lange Sicht werden wir eine globale Marke schaffen." Einzelheiten wollte der Vorstandschef nicht nennen.



Einspareffekte durch den Zusammenschluss mit der Telekom sieht Voicestream-Chef John Stanton vor allem beim Einkauf und bei der Geräteentwicklung. Man sei der weltweit größte Einkäufer von GSM-Mobilfunkgeräten. Im Vordergrund der künftigen Ausrichtung von Voicestream stehe das weitere Wachstum des Unternehmes in den USA. "Wir werden sehr schnell wachsen", sagte Stanton. Auch innerhalb der T-Mobile-Gruppe steht die Entwicklung des US-Markts im Vordergrund, wie Ricke sagte: "Unsere hauptsächlichen Aufgabe sind Wachstum in den USA, Steigerung der Effizienz in Westeuropa und weitere Entwicklung des Marktes in Osteuropa". Über die Zukunft des Engagements der Gruppe in Asien werde man eine Entscheidung treffen müssen, sagte Ricke. "Wir müssen entscheiden, ob wir uns dort stärker engagieren oder uns zurückziehen." Diese Frage sei allerdings keine Management-, sondern eine Investitionsfrage und derzeit nicht von zentraler Bedeutung. Es müsse nicht noch in diesem oder im nächsten Jahr zu einer Entscheidung kommen.

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