Am Montag „Endspiel“ gegen Deutschland
Österreich wird gegen Polen spät belohnt

Gastgeber Österreich kann sich mit einem zweiten Cordoba und kroatischer Schützenhilfe noch ins EM-Viertelfinale katapultieren. Mit einer über weite Strecken couragierten Leistung und einem Last-Minute-Elfmetertor von „Oldie“ Ivica Vastic in der dritten Minute der Nachspielzeit erkämpften sich die Schützlinge von Trainer Josef Hickersberger im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe B in Wien ein 1:1 (0:1) gegen Polen.

mp/HB WIEN. „Wenn wir heute nicht gewinnen, kann es kein zweites Cordoba geben“, hat Hans Krankl vor dem Spiel gegen Polen noch orakelt. Da wusste er noch nicht, dass auch die deutsche Mannschaft ihren Beitrag dafür leisten würde, dass es am Montag tatsächlich zu einem Endspiel um den zweiten Platz der Gruppe B kommen könnte und damit um den Einzug ins Viertelfinale. Ein Endspiel zwischen Österreich und Deutschland. Denn die Österreicher müssen dann ausgerechnet gegen den Erzrivalen gewinnen und auf kroatische Schützenhilfe hoffen, um doch noch ins Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft einzuziehen. Aber auch Polen (1 Punkt) könnte mit einem Sieg gegen Kroatien zum Vorrunden-Abschluss am Montag noch das Viertelfinale erreichen. Die Kroaten (6 Punkte) stehen nach dem 2:1 gegen Deutschland als Gruppensieger fest.

„Der Einsatz der Mannschaft war sehr gut. Wir haben mit Leidenschaft gespielt“, sagte Österreichs Teamchef Josef Hickersberger. „Jetzt haben wir das nächste Endspiel gegen Deutschland. Die sind haushoher Favorit, aber mit den Zuschauern im Rücken haben wir eine Chance“, sagte Abwehrspieler Sebastian Prödl, der vor dem Elfmeter umgerissen worden war. „Ich glaube schon, dass die Deutschen zu besiegen sind“, meinte Vastic. „Die sind jetzt angeschlagen. Werden wir sehen, wer die stärkeren Nerven hat.“

Mit der 1:2-Niederlage der deutschen Elf gegen Kroatien im Hinterkopf eröffneten die Österreicher vor 51 428 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien derart motiviert ihr Spiel, als ob es kein Morgen gebe. Sie warfen sich in die Zweikämpfe, eroberten schon in der polnischen Hälfte die Bälle, variierten permanent ihre Positionen und befolgten strikt die taktische Marschroute, die ihnen Trainer Josef Hickersberger mit auf den Weg gegeben hatte. Für eine offensivere Ausrichtung hatte er sein 3-5-1-System in ein 4-4-2 verwandelt und Paul Linz und Martin Harnik damit beauftragt, die behäbige polnische Viererkette über die Außenpositionen immer wieder aufzureißen.

Und so hätte es eigentlich nach einer Viertelstunde schon 3:0 für Austria stehen müssen. Vor allem Harnik, sonst Angestellter bei Werder Bremen, hätte sich unsterblich machen können – wie ehedem Hans Krankl bei der WM 1978 in Cordoba, als er mit zwei Toren Deutschland fast im Alleingang für immer demütigte. In Minute elf stocherte Harnik dem polnischen Defensivmann Jop den Ball von den Füßen, sprintete allein auf das Tor von Artur Boruc zu, setzte den Ball aber rechts daneben. Zwei Minuten später erreichte ihn eine Hereingabe von der rechten Seite, die er jedoch nicht richtig traf und deshalb an Boruc scheiterte. Dass er abermals drei Minuten später nicht auch noch eine dritte Großchance vergab, lag allein an Christoph Leitgeb, den Hickersberger dieses Mal von Beginn an brachte. Gemeinsam mit Harnik stöberte der erneut eine Lücke in der polnischen Abwehr auf, ob der Gelegenheit vergaß er aber, auf den besser postierten Bremer zurückzuspielen und scheiterte lieber selbst an Boruc.

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