Am Montag hat die Kinokette Insolvenz angemeldet
Ufa: Verhandlungen mit Investor kurz vor Abschluss

Ein Ufa-Sprecher sagte am Dienstag in Hamburg, die Gespräche seien weit fortgeschritten und sollten in den nächsten Tagen abgeschlossen werden. Es handele sich um einen Interessenten aus der Kinobranche, aber nicht um einen Konkurrenten, sagte der Sprecher.

Reuters HAMBURG. Nähere Angaben wolle er nicht machen. Der Kinobetreiber kämpft nach einem drastischen Rückgang der Besucherzahlen im August und September nach eigenen Angaben mit einem Liquiditätsengpass in Höhe mehrerer Millionen Euro. Medienberichte über ein aktuelles Finanzloch von mehr als 4 Mill. Euro bestätigte Ufa nicht. Am Vortag hatte Deutschlands drittgrößte Kinokette Insolvenz angemeldet.

Der Spielbetrieb in den bundesweit 38 Kinos ist den Angaben zufolge vorerst finanziell abgesichert und soll ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Auch die knapp 1 000 Beschäftigten sollen zunächst weiter beschäftigt werden.

Der seit zwei Jahren amtierende Geschäftsführer Stephan Lehmann strebt im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens eine Neuverhandlung der Mietverträge für die Kinos an, um das Unternehmen wieder ertragsfähig zu machen. Derzeit lasse sich wegen hoher Mietzahlungen kein Geld verdienen, sagte der Unternehmenssprecher. Es zeichneten sich aber "Lösungen" ab, deshalb werde vorerst von Personalabbau abgesehen.

Als Voraussetzung dafür, dass die Sanierung ohne Stellenstreichungen gelingen kann, gilt eine Einigung mit dem Immobilienkaufmann Volker Riech. Ufa hatte sich wegen der sich abzeichneten Krise in den vergangenen Monaten bei Banken vergebens um Kapitalhilfe bemüht. Als letztes Mittel hatte man die Mietzahlungen für etwa 15 Kinos eingestellt, die Riech gehören. Dabei machte sich Ufa den Angaben des Sprechers zufolge eine bestimmte Rechtsauffassung zu Nutze, der zufolge die Kinokette ihrem Gesellschafter Mietzahlungen verweigern könne, wenn dadurch eine Finanzkrise abgewendet werde. Riech habe daraufhin wegen ihm entgangener Mieteinnahmen Räumungsklagen gegen die betroffenen Ufa-Kinos veranlasst. Der Rechtsstreit dauere an.

Riech hatte sich vor Kurzem von seinem 45-Prozent-Anteil an Ufa getrennt. Hauptgesellschafter sind seitdem die beiden Fondsgesellschaften Apax und Pricoa, die zusammen 90 % an der Kino-Kette halten. Zehn Prozent liegen bei Branchenführer Cinemaxx .

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