Am oberen Rand der Analystenerwartungen
Allianz: Gewinnplus durch Anteilsverkäufe

Der Münchener Finanzkonzern Allianz hat im ersten Quartal wegen Sondererträgen aus Anteilsverkäufen ein kräftiges Gewinnplus erzielt, das am oberen Rand der Analystenerwartungen lag.

rtr MüNCHEN. Die Gewinne aus Verkäufen im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank und des Umbaus der deutschen Finanzbranche hätten das Ergebnis im ersten Quartal 2002 "maßgeblich beeinflusst", teilte die Allianz am Donnerstag mit. Der Gewinn nach Steuern stieg demnach in den ersten drei Monaten auf 1,9 Mrd. ? von 705 Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn wurde dabei von einem Verlust von 126 Mill. ? der neuen Tochter Dresdner Bank belastet. Im Versicherungsgeschäft stiegen die Beitragseinnahmen um 10,6 % auf 22,8 Mrd. ?.

Gewinn am oberen Ende der Analystenerwartungen

Die Allianz verbuchte im ersten Quartal vor allem Gewinne aus dem Verkauf von Aktien der Münchener Rück und des 16-prozentigen Anteils an der HypoVereinsbank, den sie im Zuge der Dresdner-Bank-Übernahme abgegeben hatte. Die Gruppe habe ihre Beteiligung an der Münchener Rück nun auf 24,8 % verringert, teilte die Allianz weiter mit. Bis Ende 2003 will sie ihren Anteil an dem weltgrößten Rückversicherer auf rund 20 % senken.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für das erste Quartal mit einem Überschuss von 1,67 Mrd. ? gerechnet. Da die Erlöse aus den Beteiligungsverkäufen nur schwer zu schätzen waren, hatten die Prognosen allerdings in einer breiten Spanne von 1,2 bis 2,3 Mrd. ? gelegen. "Der Verlust bei der Dresdner Bank ist keine Überraschung, es wird erneut ein hartes Jahr werden", sagte Mark Thiele, Analyst bei Commerzbank Securities in London, der die Allianz-Aktien zum Kauf empfiehlt. An der Börse verbuchten die Titel am Donnerstag aber leichte Verluste von 0,3 % auf 259,10 ?.

Schaden/Koste-Quote verbessert

In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 6,7 % auf 13,9 Mrd. ?. Die Allianz verbesserte damit das Verhältnis des Aufwands für Schäden und Verwaltungskosten zu den erzielten Einnahmen. Die so genannte Schaden/Kosten-Quote (combined ratio) sei in den ersten drei Monaten 2002 auf 103,5 von 104,4 % im Vorjahr gesunken, sagte ein Allianz-Sprecher auf Anfrage. Bis 2005 will die Allianz die Quote unter 100 % drücken, das heißt, bis dahin sollen die Beitragseinnahmen die Schäden und Kosten übersteigen. "Die Kern-Kennziffer ist die combined ratio, die sich so verbessert hat, dass das Ziel von unter 100 % realistisch erscheint", sagte Analyst Thiele.

Wehrmutstropfen bleibt allerdings das Bankgeschäft, das erneut rote Zahlen schrieb. Die Schwäche der internationalen Kapitalmärkte und verhaltene Konjunkturentwicklung habe sich in den ersten drei Monaten 2002 fortgesetzt. "Und in diesem Umfeld gestaltete sich der Start des Allianz Bankgeschäfts in das laufende Jahr schwieriger als erwartet", hieß es in dem Quartalsbericht. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle bezifferte die Allianz mit 332 Mill. ?.

An den Prognosen für das Gesamtjahr hielt die Allianz fest. Demnach erwartet sie für 2002 einen Jahresüberschuss von gut drei (2001: 1,6) Mrd. ?. Bei den Beitragseinnahmen prognostiziert der Finanzkonzern weiter einen Anstieg um gut vier Prozent (2001: 75,1 Mrd. ?).

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