Am Vortag noch auf dem absoluten Tief von 0,64 Euro
Rabattgesetz fällt - Letsbuyit.com-Aktie steigt

Letsbuyit.com-Aktionäre freuen sich über die beschlossene Streichung des Rabatt- und Zugabegesetzes. Um knapp 90 % auf 1,20 Euro schoss der Aktienkurs der Internet-Einkaufsgemeinschaft am Mittwoch nach oben, nachdem der Wert am Vortag noch auf seinem absoluten Tief von 0,64 Euro gedümpelt hatte.

adx BERLIN. "Ein großes Aufatmen" habe es gegeben, sagte Pressesprecherin Romy Hochwald. Die Gesetzesfreigabe bringe dem Unternehmen Rechtssicherheit.

Nils M. Hachen vom Konkurrenten Primus-Online begrüßte ebenfalls, dass das Einkaufsmodell damit "auf juristisch einwandfreien Beinen steht". Beide Unternehmen sammeln Kaufanfragen über das Internet, um durch Mengenrabatte den Preis zu drücken.

Warnung vor übertriebener Euphorie

DG-Bank-Analyst Holger Schwesig warnt Anleger jedoch vor zu großer Euphorie: "Der Wegfall des Rabattgesetzes dürfte keinen Einfluss auf das operative Geschäft haben." Das Urteil gegen Letsbuyit.com wegen des Preismodells sei ohnehin noch nicht rechtskräftig gewesen, so dass das Unternehmen das Stufen-Preismodell auch in Deutschland beibehalten habe. "Das Image von Letsbuyit.com wird sich aber verbessern", betonte Schwesig angesichts der rechtlichen Sicherheit.

Sorgen bereitet dem Analysten eher die finanzielle Situation der virtuellen Einkaufsgemeinschaft. Nach derzeitigem Stand besitze Letsbuyit.com etwa ab September 2001 keine liquiden Mittel mehr. Deshalb suche der Vorstand seit einiger Zeit nach einem strategischen Partner aus dem Nonfood-Einzelhandel. Das würde nicht nur die benötigten Finanzmittel in die Kasse spülen, sondern bringe auch verbeserte Konditionen beim gemeinsamen Wareneinkauf. Primus-Online hat diesen Partner bereits im Rücken: Das Unternehmen ist eine Tochter des Handelskonzerns Metro (58 %) sowie des Fernsehsenders RTL (42 %).

Schwesig hatte den Wert Anfang November von "Kaufen" auf "Akkumulieren" zurückgestuft. Von einer weiteren Abstufung nahm er jedoch Abstand: "Der Kurs ist inzwischen tief gesunken. Für den Fall eines erfolgreichen Weihnachtsgeschäfts und der Bekanntgabe einer strategischen Partnerschaft bestehen erhebliche Kurschancen." Für risikobewusste Anleger sei die Aktie daher durchaus interessant. Trotz des Kurssprungs auf 1,20 Euro müssen Erstzeichner noch mit deutlichen Verlusten leben: Die Aktie war im Juli für 3,50 Euro zugeteilt worden.

Viel Geld im Marketing verpulvert

Götz Albert von Independent Research hingegen traut dem Geschäftsmodell der virtuellen Einkaufsgemeinschaft nicht. Dementsprechend sei es egal, "ob das Rabattgesetz fällt oder nicht". Von einem Kauf der Aktie rät er ab: "Letsbuyit.com verpulvert viel Geld in Marketing und erzielt trotzdem kaum Umsätze."

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