Am Ziel seiner Träume
Bernhard Langer ist Ryder-Cup-Kapitän 2004

Bernhard Langer ist am Ziel seiner Träume. Das Ryder-Cup-Komitee nominierte den 45-jährigen deutschen Golfprofi zu Europas Kapitän für den Erdteilkampf gegen die USA vom 17. bis 19. September 2004 in Oakland Hills (Michigan/USA).

dpa PORTMARNOCK. Der Schwabe mit Wohnsitz in Florida tritt die Nachfolge des Schotten Sam Torrance an, der nach dem Sieg Europas vor einem Jahr in Birmingham (England) mit 15,5:12:5 gegen die USA von dem höchsten Ehrenamt im Golfsport zurückgetreten war.

"Es ist eine wunderbare Ehre", freute sich am Donnerstagabend der Anhausener, der sich vor sechs Tagen bei der British Open offiziell um das prestigeträchtige Amt beworben hatte. "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich es wollte und wie sehr ich es genießen werde, ein Teil des Teams von 12 Spielern zu sein. Es macht mich ungeheuer stolz. Besonders deswegen, weil ich der erste Deutsche bin, dem diese Ehre zuteil wird."

Langer ist nach dem Spanier Severiano Ballesteros, der Europa 1997 zum Sieg über die USA in Sotogrande (Spanien) geführt hatte, erst der zweite Kontinental-Europäer unter 19 Captains auf dieser Position. Seit 1981 war der Anhausener bei zehn Ryder Cups dabei, fünf Mal siegte er mit dem europäischen Team. "Es war einen unglaublich gute, erfahrungsreiche Zeit. Alle meinen Vorgänger wie John Jacobs, Tony Jacklin, Bernard Gallacher, Ballesteros oder Torrance waren sehr unterschiedliche Charakteren. Ich hoffe, ich kann aus dem Gelernten etwas an das Team weitergeben", meinte Langer, der von der Entscheidung in seiner Wahlheimat erfuhr.

Woosnam blieb auf der Strecke

Schon als Langer am vergangenen Freitag bei der 132. British Open in Sandwich seinen Hut in den Ring geworfen hatte, war er überzeugt gewesen, den Job trotz des vor allem mit Briten besetzten Ryder-Cup- Gremiums zu bekommen: "Ich weiß, dass ich meine Qualitäten einbringen kann, weil ich vor allem die Erfahrung meiner USA-Aufenthalte und Kenntnisse auf den meisten Plätzen nutzen kann." Dass bei der Wahl der Waliser Kandidat Ian Woosnam auf der Strecke blieb, kam nicht ganz überraschend. Der temperamentvolle 45-Jährige hatte sich unter anderem wegen einer Wirtshausschlägerei in jüngster Zeit selbst disqualifiziert.

Es kommt dem deutschen Ausnahmeprofi auch sehr entgegen, weil sein Stern als Spieler auf den beiden Profi-Tours in USA und Europa langsam aber sicher nach über 60 Siegen weltweit, darunter den beiden Titeln beim US-Masters von 1985 und 1993, sinkt. Langer hatte selbst zugegeben, dass er Probleme hätte, sich über die dafür Ausschlag gebende Geldrangliste für das Dutzend der Ryder-Cup-Profis zu qualifizieren.

Dem ehrgeizigen Berufsspieler fehlen zur Zeit allein in USA noch über 300 000 Dollar, um sich die Arbeitsberechtigung auf der USA- und der Europa-Tour zu sichern. Als Ryder-Cup-Kapitän aber wird Langer keine Probleme haben, die wichtigsten Golfturniere weltweit auch ohne direkte Qualifikation spielen zu können. Das hohe Ehrenamt ist mit größtem Imagegewinn verbunden und öffnet jede Tür.

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