Amazon-Aktie bricht zu Höhenflug auf
Aktienkurse an der Wall Street tendieren knapp behauptet

Die US-Aktienbörsen sind am Montag mit leichten Abschlägen in den Handel gestartet. Starke Quartalsdaten des Online-Händlers Amazon hätten nur Internetwerte beflügelt, erklärten Händler. An der Computerbörse Nasdaq notierten erstmals alle Aktien im Dezimalsystem. Die Umstellung verlief ohne Zwischenfälle.

mba/hus / HB NEW YORK. Eine positive Unternehmensmeldung sorgte gestern in New York für einen Höhenflug der Amazon-Aktie: Das Internet-Versandhaus erwartet nach eigenen Angaben für das erste Quartal geringere Verluste als von Analysten bisher erwartet. Dafür verantwortlich seien Umsatzzuwächse bei Elektroartikeln. "Sie haben ein ausgenommen starkes Wachstum gezeigt", sagte Amazon-Chef Jeff Bezos. Nach vorläufigen Berechnungen werde der Verlust je Aktie 22 Cents oder weniger betragen. Analysten hatten mit 30 Cents je Aktie gerechnet. Die Mitteilung beflügelte den Amazon-Kurs mit einem Plus von 32 %.

Die US-Kursbarometer gaben dagegen im frühen Handel leicht nach: Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte verlor bis 19.30 Uhr MESZ um rund 0,1 % zu. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index notierte mit minus 0,1 % in der Verlustzone. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index verzeichnete einen Verlust von 0,5 %. Gehandelt wurden bis dahin rund 850 Mill. Aktien.

Mit Amazon legten auch andere Internetwerte deutlich zu. Die Aktien des Internetauktionshauses Ebay stiegen gut 5 %. Yahoo gewannen nach der Bekanntgabe eines millionenschweren Vertrages mit dem Internetanbieter Level 3 gut 7 %. Yahoo will über Level 3 vor allem seinen Finanzdienst Finance Vision verbreiten.

Motorola legten gut 4 % zu und gewannen damit einen Teil ihrer Freitagsverluste zurück. Zum Wochenschluss waren die Aktien 23 % eingebrochen, nachdem Morgan Stanley Dean Witter Meldungen über mögliche Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens verbreitet hatte. Das Investmenthaus erklärte am Montag, die Bedenken seien übertrieben und stufte den Wert auf "Strong Buy" herauf.

Deutliche Zuwächse verbuchten auch die Aktien der NBC Internet. Nachdem bekannt wurde, dass die General Electric-Tochter NBC nun auch den Internetableger des Medienkonzerns, NBC Internet, übernehmen werde, legten die Papiere gut 40 % zu. Je Aktie sollen 2,19 $ gezahlt werden - 46 % mehr als die Aktie am Freitag wert war. Die Papiere stiegen 40 %.

Eine negative Einschätzung der Investmentbank Lehman Brothers zog die Aktien vieler Chipproduzenten in die Verlustzone. Lehman-Analyst Dan Niles hatte erklärt, die Einnahmen aus Chipverkäufen würden über das gesamte Jahr gesehen um rund 20 % und vom ersten zum zweiten Quartal um rund 10 % zurückgehen. Damit wäre das laufende Geschäftsjahr für Halbleiterhersteller das schlechteste aller Zeiten, erklärte Niles. Texas Instruments gaben rund 3 % nach. Intel verloren im frühen Handel rund 3,5 %.

Ohne Probleme schloss die US-Computerbörse Nasdaq am Montag ihre Umstellung vom Aktienhandel in Brüchen auf Dezimalnotierungen ab. "Alles läuft bestens", freute sich der Chef des Technologie-Bereichs der Nasdaq, Gregor Bailar. Nach einigen Probewochen mit nur wenigen Aktien werden jetzt erstmals sämtliche 4 800 Nasdaq-Werte in Dezimal-Stellen notiert. Damit hat sich die Zahl der möglichen Kurse mehr als verdoppelt.

Wertpapier-Händler Peter Bisani von der Fleet Bank fand das neue System zunächst etwas unübersichtlich. "Die Händler müssen jetzt anders arbeiten", glaubt er. "Statt mit einem Geld- oder Brief-Kurs haben sie jetzt mit einer ganzen Serie von Kursen zu tun. Da müssen sie kleinere Pakete bedienen und mit Durchschnittskursen arbeiten." Chefhändler Sam Ginzburg vom Brokerhaus Gruntal & Co. bemerkte in seiner Abteilung ebenfalls "jede Menge Verwirrung." Ginzburg ist überzeugt, dass mit der Einführung der Dezimalstellen eine neue Konsolidierung unter den Makler-Firmen stattfinden werde. "Die Spanne zwischen Ankaufs-und Verkaufs-Kurs ist jetzt kleiner geworden, da werden viele ausgesiebt."

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