Amazon-Aktie derzeit mehr als 70% unter dem 52-Wochen-Höchststand
Amazon.com überrascht Analysten

Amazon.com hat im dritten Quartal bei Umsatz und Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch für das wichtige vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft erwartet Amazon gute Zahlen.

siri NEW YORK. Der Internet-Einzelhändler Amazon.com Inc., Seattle, hat im dritten Quartal 2000 besser als erwartet abgeschnitten. Das Internet-Warenhaus erwirtschaftete einen operativen Verlust von 89,4 Mill. $, das entspricht einem Minus von 25 Cents pro Aktie. Stunden vor der Veröffentlichung der Zahlen gingen Analysten noch von einem Verlust in Höhe von durchschnittlich 33 Cents pro Aktie aus.

Werden allerdings einmalige Einnahmen und Aufwendungen außer Acht gelassen, beläuft sich der Verlust auf 240 Mill. $ oder 68 Cents pro Aktie. Im Vorjahresquartal waren es dagegen 197 Mill. $ oder 59 Cents pro Aktie gewesen. Damit hat sich der Verlust im dritten Quartal 2000 weiter erhöht.

Auch der Umsatz hat stärker als erwartet zugelegt: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg er um 79% von 356 Mrd.$ auf 638 Mrd. $. Analysten wie Henry Blodget vom Investmenthaus Merrill Lynch oder Lauren Cooks Levitan vom Investmenthaus Robertson Stephens hatten einen Umsatz von 600 bis 610 Mill. $ erwartet.

Das Wachstum lag im Vergleich zum zweiten Quartal mit 10,4% ebenfalls über den Erwartungen. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal 2000 erstmals im Vergleich zum vorherigen Quartal zurückgegangen war, hatten Analysten befürchtet, dass Amazon künftig eine wesentlich flachere Wachstumskurve aufweisen würde.

Ohnehin steht Amazon wegen seiner Bilanzierungsmethoden seit einiger Zeit unter Beobachtung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Sie untersucht, ob Amazon Kooperationen mit inzwischen übernommenen oder in Konkurs gegangenen Partnern wie Living.com korrekt bilanziert hat. Auch den aktuellen Quartalsbericht halten einige Analysten für wenig aussagefähig. Scott Reamer, Analyst beim Investmenthaus SG Cohen meint, der Bericht enthält wenig zu der Frage, wie und wann das Unternehmen profitabel werden wolle.

Die Amazon-Aktie, die mehr als 70% unter dem 52-Wochen-Höchststand bei 113 $ gehandelt wird, hatte vor der Bekanntgabe der Ergebnisse am Dienstag noch einmal 44 Cents auf 29,5$ verloren. Als das Ergebnis nach Börsenschluss bekannt wurde, legte der Kurts nachbörslich um 11% auf 33 $ zu.

Positiv entwickelten sich nach Ansicht der Experten die liquiden Mittel. Noch dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte Amazon 76 Mill. $ Cash verbraucht, in diesem Quartal waren es 4 Mill. $. Die Zahl der Kunden ist von Juli bis September um 2,8 auf mittlerweile mehr als 25 Millionen Kunden gestiegen.

In den Geschäftsbereichen Bücher, Musik und Video erreichte Amazon in den USA erneut die Gewinnzone: Das Unternehmen erwirtschaftete hier einen operativen Gewinn von 25 Mill. $. Im internationalen Geschäft - in Deutschland, Frankreich und Großbritannien - stieg der Umsatz von Amazon auf 88 Mill.$, das sind 121% mehr als im Vorjahresquartal.

Für Analysten und Investoren sind die Aussichten für das kommende Quartal wichtiger als die aktuellen Ergebnisse. Schließlich erwartet Amazon rund 40% des gesamten Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft. Gegenüber Analysten bekräftigte Amazon-Chef Jeff Bezos, dass das Unternehmen im vierten Quartal einen Umsatz zwischen 950 Mill. $ und 1,05 Mrd. $ erwirtschaftet. Der pro-Forma-Verlust aus dem operativen Geschäft werde etwa 5% bis 8% des Umsatzes betragen - also 5 Mill.$ bis 8 Mill. $.

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