Amazon prognostiziert Umsatzanstieg
Wall Street freundlich erwartet

Die Futures deuten vor Handelsbeginn auf einen freundlichen Wochenstart. Nach dem negativen Wochenausgang könnte es daher wieder in die Gewinnzone gehen. Auch die negativen Analystenkommentare zu den PC Werten, B2B Unternehmen sowie der Chipindustrie scheinen die Anleger heute nicht zu beeindrucken.

NEW YORK. Für Freude sorgt heute Amazon. Der größte Onlinehändler prognostiziert für das erste Quartal einen Umsatzanstieg von rund 21 Prozent auf über 695 Mill. Dollar. Auch der Verlust wird mit 255 Mill. Dollar oder 22 Cents je Aktie geringer ausfallen als von den Analysten erwartet. Diese hatten mit einem Minus von 30 Cents je Aktie gerechnet. Die endgültigen Quartalszahlen werden voraussichtlich am 24. April veröffentlicht. Einen Tag später folgt das Internetauktionshaus Ebay. Das Internetportal Yahoo wird am kommenden Mittwoch Ergebnisse vorlegen. Vor Handelsbeginn kann die Aktie von Amazon über 40 % zulegen.

Der Chipsektor muss heute gegen die negativen Analystenkommentare aus dem Haus Lehman Brothers ankämpfen. Der Analyst Dan Niles befürchtet, dass das Jahr 2001 zum schlechtesten Jahr in der Chipbranche werden könnte. Der branchenweite Umsatz dürfte 18 bis 20 % unter dem des Vorjahres liegen. Niles reduziert die Gewinnaussichten von Texas Instruments für 2001 und 2002 deutlich, während Salomon Smith Barney die Ertragsprognosen für Intel verringert. Neben diesen Werten könnte auch Micron Technologies heute schwächer tendieren.

Auch auf dem PC Sektor sieht es nicht rosiger aus. Zwar vermutet die Credit Suisse First Boston, dass die meisten Hersteller von Computer Hardware im ersten Quartal die zuvor stark revidierten Erwartungen einhalten können. Jedoch werden nach Ansicht der Investmentbank viele Unternehmen die Gelegenheit nutzen, um die Aussichten für das zweite Quartal zu reduzieren. Vor allem der aggressive Preiskampf und die nachlassende Nachfrage in Europa dürften sich weiter belastend auswirken.

Der Dritte im Bunde ist der B2B Sektor. Die Credit Suisse First Bosten rät den Anlegern, den Sektor im Portfolio weiter unterzugewichten, Es sei nicht erstaunlich, dass Firmen wie Ariba, Commerce One und I2 Technologies im Vorfeld der Quartalszahlen die Erwartungen gesenkt haben. Die Nachfrage nach Software für virtuelle Marktplätze von Unternehmen wie Commerce One und Ariba sei stärker gefallen als erwartet. Doch: Es gibt auch ein Licht im Dunkel. Die Kooperation zwischen SAP und Commerce One positiv bewertet. Durch die Partnerschaft sei Commerce One besser positioniert als der Konkurrent Ariba. Trotz der allgemein negativen Aussichten empfiehlt die Investmentbank die Werte von Commerce One, Ariba, I2 Technologies und Web Methods bei der derzeitigen Kursschwäche zum Kauf.

Motorola gehört vor Handelsbeginn zu den meistgehandelten Aktien. Der Wert steigt vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstag über 7,7 % ins Plus. Vor Börsenbeginn wurde die Aktie von Morgan Stanley Dean Witter aufgestuft.

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