AMD droht Verlust von Marktanteilen
Der Streitfall: AMD

Nach der überraschend drastischen Umsatzwarnung des Intel-Konkurrenten für das laufende Quartal stufen die Analysten die Aktie des Chipherstellers neu ein.

Tim Mahon von Credit Suisse First Boston rät auch nach der Umsatzwarnung unverdrossen zum Kauf der Aktie.

AMD senkt seine Umsatzerwartung...

Für das laufende zweite Quartal 2002 hat der mittlerweile einzige ernst zu nehmende Wettbewerber Intels seine Umsatzziele signifikant gesenkt: von zuvor bis zu 920 Millionen auf maximal 700 Millionen Dollar. AMD begründet die schwächeren Aussichten mit dem anhaltend schlechten PC-Geschäft. Insbesondere in den USA und in Europa leidet AMD unter dem flauen PC-Markt; zusammen 72 Prozent der AMD-Umsätze entfallen auf diese beiden Regionen. Wir senken unsere Umsatzprognose auf 3,07 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr.

...trotz der schlechteren Aussichten...

Trotz der um 23 Prozent gesenkten Umsatzerwartung hält AMD die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf dem ursprünglichen Niveau stabil, da es hier zu spät für eine Anpassung nach unten ist. Dies ist unserer Ansicht nach auch der einzige Grund, weshalb AMD für das zweite Quartal "ernste Verluste" angekündigt hat. Wir reduzieren unsere Schätzung für den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2002 von 0,00 Dollar auf minus 91 Cent und für 2003 von 0,75 auf minus 0,07 Dollar.

...belassen wir die Aktie auf "kaufen".

Dadurch ergibt sich ein neues Kursziel, das wir bei zwölf Dollar sehen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt jetzt nur noch bei 0,92, das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 0,7. Während der vergangenen zehn Jahre war die Aktie nur ein Jahr lang ähnlich günstig. Aktuell ist die Aktie mit 8,40 Dollar deshalb unterbewertet.



Thomas Thornhill von UBS Warburg in San Francisco stuft die Aktie dagegen von "kaufen" auf "halten" zurück.

Die Umsatzwarnung kam nicht überraschend...

Allerdings überrascht uns das Ausmaß der Senkung. Die neuen Prognosen von AMD liegen um 22 bis 31 Prozent unter der alten Vorhersage. Wir gingen bislang von 858 Millionen Dollar Umsatz aus;AMD schätzt jetzt für das zweite Quartal 620 bis 700 Millionen Dollar. Angenommen, der Mittelweg - 660 Millionen - kommt der Realität am nächsten, wäre dies das mit Abstand schlechteste Umsatzergebnis der letzten zehn Quartale.

...AMD verliert außerdem Marktanteile...

Das Management begründet die starke Senkung der Umsatzziele unter anderem damit, AMD drohe die zuletzt von Intel gewonnenen Marktanteile wieder einzubüßen. Wir gehen ferner davon aus, dass die Prozessorpreise weiter sinken werden. Abgesehen von einigen Standard-Upgrades in der AMD-Produktfamilie sehen wir außerdem kaum Produkte, die den Umsatz über den Rest des Jahres antreiben könnten.

...die Aktie hat derzeit kein Aufwärtspotenzial.

Wir glauben, dass der Markt der AMD-Aktie über die kommenden Monate bestenfalls ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von eins zugestehen wird. Damit sollte sich die Aktie bei rund neun bis zehn Dollar bewegen. Ein Bewertungsabschlag gegenüber Intel wird ebenfalls bestehen bleiben. Erst wenn sich der PC-Markt insgesamt deutlich aufhellt, dürfte das AMD mitziehen.

Quelle: WirtschaftsWoche

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