AMD-Titel unter Druck
Honeywell-Prognose belastet Dow-Jones-Index

Überraschend positive Geschäftszahlen und Prognosen des US-Softwareherstellers Adobe Systems haben die Kurse an der US-Technologiebörse Nasdaq am Freitag gestützt. Dagegen haben der gesenkte Gewinnausblick des US-Mischkonzerns Honeywell und dessen Aussagen zum Konjunkturverlauf in den USA die Standardwerte belastet, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow-Jones schloss um rund 0,8 Prozent auf 8 312 Punkte schäwcher, der technologielastige Nasdaq-Index stieg dagegen um 0,9 Prozent auf 1 291 Zähler. Der breiter gefasste S%P-Index tendierte bei 887 Punkten kaum verändert.

Händler begründeten die schlechte Stimmung auf dem Börsenparkett unter anderem mit der Angst vor einer Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Irak. US-Präsident George W. Bush hatte es zuvor als "höchst zweifelhaft" bezeichnet, dass Irak die Abrüstungsforderungen der USA erfüllen wird. Gleichzeitig drängte Bush am Freitag die Vereinten Nationen (UNO), rasch eine Irak-Resolution zu formulieren. Iraks Vize-Ministerpräsident Tarek Asis lehnte erneut die von den USA geforderte bedingungslose Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren in sein Land ab.

Der unerwartet deutliche Rückgang des vorläufigen Verbrauchervertrauens der Universität Michigan Anfang September auf 86,2 Punkte von 87,6 Punkten im Vormonat belastete den Markt vor allem im frühen Geschäft. "Der Ausblick verschlechtert sich zusehends, ein Krieg zeichnet sich ab und einzelne Unternehmen sehen in absehbarer Zeit keine Belebung der Nachfrage", sagte William Strazzullo, Marktanalyst bei State Street Global Markets.

Die Titel des Dow-Jones-Wertes Honeywell verloren um rund 17 Prozent auf 23,54 Dollar und waren damit der größte Verlierer bei den Standardwerten. Der Konzern hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss auf Grund schwacher US-Konjunkturaussichten die Gewinnprognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2002 gesenkt. Der erwartete Aufschwung vor allem im Luftverkehr habe sich nicht eingestellt, hieß es weiter zur Begründung. Die Ankündigung von Honeywell belastete auch andere Zulieferer der Luftfahrtindustrie. Die ebenfalls im Dow-Jones-Index enthaltenen Aktien von United Technologies verloren knapp fünf Prozent auf 58,15 Dollar.

AMD-Aktien geben fünf Prozent nach

Der Aktienkurs von Adobe Systems kletterte indes nach den überraschend guten Geschäftszahlen und Prognosen um rund 12,6 Prozent auf 20,77 Dollar. Die Aktie war unter den stärksten Gewinnern an der Nasdaq. Der Softwarehersteller hatte im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002 den Nettogewinn deutlich gesteigert und erwartet im vierten Quartal weiteres Wachstum. Die Titel des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) gaben mehr als fünf Prozent auf 7,22 Dollar nach. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, die Markteinführung eines neuen Mikroprozessors werde sich um einige Monate verzögern. Einige Analysten rechnen nun mit einem höheren Verlust für das Gesamtjahr 2003.

Dagegen stiegen die Aktien des weltgrößten Chip-Produzenten Intel um knapp zwei Prozent auf rund 16 Dollar. Nach Einschätzung der Analysten von UBS Warburg könnte die verzögerte Produkteinführung beim Konkurrenten AMD dazu führen, dass sich die Kunden an Intel wenden und AMD dadurch Marktanteile verlieren werde.

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