AMD und Apple senken Geschäftsprognosen
Dax von schwachen US-Prognosen belastet

Belastet von enttäuschenden Geschäftsprognosen mehrerer führender US-Technologiekonzerne haben die deutschen Aktienwerte am Mittwoch deutlich im Minus geschlossen.

Reuters FRANKFURT/MAIN. "Hier herrscht wieder die Nasdaq-Panik und die Gewinnwarnungen von gestern Abend drücken bei uns alles runter", kommentierte ein Börsianer die Lage. Die größten Verluste verbuchten dabei die Technologiewerte. Die Aktien der Deutschen Post rutschten zeitweise um vier Prozent ab, nachdem die EU-Kommission mitgeteilt hatte, das Unternehmen müsse staatliche Beihilfen von 572 Millionen Euro an den Bund zurückzahlen. Im Tagesverlauf drehte die Aktie allerdings wieder deutlich ins Plus.

Der Deutsche Aktienindex schloss am Mittwoch 1,8 Prozent schwächer bei 4 354,82 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 4,5 Prozent auf 645,82 Punkte fiel. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 1,3 Prozent im Minus bei 4 029,08 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab 1,9 Prozent auf 3 049,09 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,7 Prozent schwächer bei 9 640 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 1,4 Prozent auf 1 521 Punkte nachgab.

US-Unternehmensprognosen verdüstern die Stimmung

Am Dienstagabend hatten der weltweit zweitgrößte Chipproduzent AMD und der US-Computerkonzern Apple ihre Geschäftsprognosen für das laufende Quartal gesenkt. Zudem rechnet der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle für den gleichen Zeitraum mit einem erneuten Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Hoffnungen auf eine Erholung der Unternehmensgewinne noch in diesem Jahr verflüchtigten sich zusehends, sagten Händler. Jetzt könne nur noch die Erwartung einer Trendwende im kommenden Jahr noch zu steigenden Kursen führen.

Post schwankend

Die Aktien von Infineon gehörten mit einem Minus von 4,8 Prozent auf 16 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Der Branchenindex für den Technologie-Sektor im Dax fiel um drei Prozent. Am Neuen Markt rutschte der dortige Branchenindex für die Technologiewerte um 5,5 Prozent ab. Die "Aktie Gelb" legte nach ihren anfänglichen Verlusten bis zum Börsenschluss 1,8 Prozent auf 13,85 Euro zu. Die angeordnete Rückzahlung der staatlichen Beihilfen sei zwar keine Überraschung, habe das Papier allerdings dennoch zunächst belastet, sagten Händler.

Nachdem Bundesfinanzminister Hans Eichel am Mittag mitgeteilt hatte, der Bund werde im kommenden Jahr möglicherweise weitere Anteile an der Post und der Deutschen Telekom bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) parken, hätten Käufe eingesetzt. Die T-Aktie weitete derweil im Tagesverlauf ihre Verluste aus und schloss 5,2 Prozent im Minus bei 9,86 Euro. Händler konnten hierfür keinen eindeutigen Grund ausmachen.

Henkel und Münchener Rück im Plus

Mit einem Plus von vier Prozent auf 72,46 Euro führten derweil die Titel von Henkel die kurze Liste der Dax-Gewinner an. Händler begründeten die Kursgewinne mit einer technischen Reaktion auf die Vortagesverluste. Zudem kaufe eine große US-Investmentbank Aktien im größeren Stil, fügte ein Börsianer hinzu. Analyst Michael Winkler von der WestLB sagte, Henkel sei gemessen an der Summe der Bestandteile unterbewertet. Außerdem werde das Papier als Alternative für Technologiewerte gesehen. Unterdessen kletterten die Papiere der Münchener Rück um ein Prozent auf 221 Euro und machten damit ihren mehr als vierprozentigen Vortagesverlust teilweise wieder wett. Am Dienstag hatte die Deutsche Bank ihre restlichen 7,6 Millionen Papiere des weltgrößten Rückversicherers platziert.

Im MDax kletterten die Aktien von Cargolifter um knapp 15 Prozent auf 1,17 Euro. Am Dienstag hatte das Land Brandenburg dem insolventen Luftschiffbauer eine Soforthilfe in Höhe von 4,15 Millionen Euro für die nächsten sechs Monate gewährt. Händler zeigten sich allerdings skeptisch, ob diese Rettungsmaßnahme von Erfolg gekrönt sei.

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