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AMD und Nasdaq-Aussichten beflügeln Neuen Markt

Zuwächse am Neuen Markt: Bis Mittag konnte der Neue Markt Index um 1,3 % zulegen.

Reuters FRANKFURT. Besser als erwartete Quartalszahlen des US-Chipherstellers AMD sowie die Aussicht auf eine positive Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq am Donnerstag sind Händlern zufolge für die Zuwächse am Neuen Markt verantwortlich. Der Neue Markt-Index legte bis Mittag um 1,3 % auf das Tageshoch von 4191,19 Punkten zu. Der Nemax 50-Index lag mit plus zwei Prozent auf 4429,02 Punkte ebenfalls auf dem Tageshöchststand. "Nach den positiven Zahlen von AMD steigt der Markt jetzt ganz vorsichtig", sagte ein Händler. Allerdings könne bereits eine negative Nachricht den Markt wieder ins Minus drehen lassen. "Einige Anleger hoffen auf eine positive Eröffnung der Nasdaq und sind deswegen wieder mit ersten Käufen eingestiegen", sagte ein anderer Händler. Die US-Futures deuteten am Mittag auf eine positive US-Börse hin.

Der Chiphersteller AMD hatte am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn je Aktie beträgt den Angaben zufolge 64 Cents. Analysten hatten einen Gewinn von 62 Cent erwartet. Dass die AMD-Zahlen zu einer Umkehr des längerfristigen Negativtrends am Neuen Markt führen könnten, ist nach Ansicht von Händlern unwahrscheinlich. "Ich denke, wir werden nach ein oder zwei positiven Tagen noch einmal die Tiefststände testen", sagte ein Händler.

Stärkster Gewinner am Donnerstagmittag war die Aktie von Gigabell mit einem Plus von 31,4 %. Das finanziell angeschlagene Unternehmen profitierte nach Ansicht von Händlern von der Mitteilung, die Gesellschaft habe die drei britische Töchter an die finnische Saunalahti verkauft. Dies sichere Gigabell kurzfristig eine Million DM an Liquidität.

Ein Plus von 12,3 % verzeichneten die Aktien der Brokat AG nach der Bekanntgabe der Übernahme des US Automated Financial Systems-Unternehmens für 34,5 Mill. $. Ixos profitierte von der Rückführung des operativen Verlusts im Quartal.

Steag Hamatech verlieren bis Mittag gut 21 %

Aufgrund einer Gewinnwarnung avancierte die Aktie der Bremer Allgeier Computer AG mit einem Kursverlust von 57,2 % zum stärksten Verlierer am Neuen Markt. Zeitweise brach der Titel um mehr als 60 % ein. Das IT-Systemhaus hatte am Morgen wegen "falscher Markteinschätzung" seine Prognosen bis 2002 nach unten korrigiert. Statt eines geplanten Vorsteuerergebnisses von 3,1 Mill. Euro in 2000 wird Allgeier voraussichtlich einen Verlust von 2,5 Mill. Euro ausweisen. Ein Händler bezeichnete die Mitteilung als eine "Riesenfrechheit", die zeige, dass es weitere Unternehmen mit unsicheren Geschäftsaussichten am Neuen Markt gebe.

Der voraussichtliche Rutsch in die roten Zahlen kostete die Aktien von Steag Hamatech gut 21 %. Der Spezialist für optische Speichermedien rechnet aufgrund von Produktionsverlagerungen mit hohen Einmalbelastungen. Statt eines geplanten Gewinns (EBIT) von 21,5 Mill. Euro sei nun ein Vorsteuerverlust von 60 Mill. Euro zu erwarten.



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