American-Airlines-Flug entgeht Katastrophe knapp
Passagier hatte zwei funktionstüchtige Bomben

Der verdächtige Passagier, der am Samstag über dem Atlantik möglicherweise einen Anschlag auf ein US-Flugzeug verüben wollte, hatte nach Angaben des amerikanischen Bundeskriminalamts FBI zwei funktionstüchtige Sprengsätze in seinen Schuhen. Unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten berichtete der Nachrichtensender CNN am Sonntag, das FBI sei sich jedoch nicht sicher, ob die selbst gebauten Sprengsätze tatsächlich hätten explodieren können. Unklar sei ferner die genaue Art der insgesamt rund 300 Gramm Sprengstoff.

dpa WASHINGTON/PARIS. Mutig und geistesgegenwärtig hatten Besatzungsmitglieder und Passagiere den möglichen Terroranschlag in der Luft vereitelt. Sie überwältigten den Mann, der sich während eines Fluges von Paris nach Miami (Florida) an Bord einer Boeing 767 der American Airlines in verdächtiger Weise an seinen Schuhen zu schaffen gemacht hatte. Nach Augenzeugenberichten hatte eine Stewardess einen Schwefelgeruch wie beim Anzünden eines Streichholzes bemerkt. Ein etwa 28 Jahre alter Passagier versuchte, einen seiner Schuhe in Brand zu setzen. Trotz heftigen Widerstands wurde der Mann von fünf oder sechs Passagieren überwältigt. Bei der Rangelei wurden zwei Flugbegleiter verletzt.

Die Maschine mit 197 Insassen wurde umgeleitet und konnte, eskortiert von zwei alarmierten F-15-Kampfjets der US-Luftwaffe, sicher in Boston (Massachusetts) landen. Die Sicherheitsvorkehrungen in Boston und Paris wurden verschärft. In den USA wurden am Sonntag neue Vorschriften erlassen, nach denen nun auch die Schuhe von Flugreisenden durchleuchtet werden müssen.

Das französische Innenministerium lässt derweil nachprüfen, wieso der Attentatsverdächtige, der diesen Langstreckenflug ohne Gepäck angetreten hatte, am Samstag in Roissy-Charles-de-Gaulle an Bord der Maschine gelangen konnte. Am Freitag sei der Mann beim Versuch, den gleichen Flug auf dem Pariser Flughafen zu buchen, zunächst wegen "auffälligen Verhaltens" abgewiesen worden, sagte ein Sprecher der Flughafenpolizei in Paris.

Der Mann, der einen britischen Pass auf den Namen Richard Reid bei sich trug, befand sich am Sonntag im Gewahrsam der Bundeskriminalpolizei FBI. Der erst vor drei Wochen in Belgien ausgestellte Pass ist nach Vermutung der Behörden wahrscheinlich gefälscht. Die Staatsanwaltschaft erhob inzwischen Anklage wegen Störung der Arbeit des Bordpersonals durch Angriff oder Einschüchterung. Dem Mann drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Die französische Polizei ging am Abend von einem Einzeltäter aus, der keiner Gruppe angehört. Von den drei Identitäten des Mannes sei keine der französischen Polizei bekannt gewesen. Sein wirklicher Name soll Tariq Raja sein, der 1973 in Sri Lanka geboren wurde. Den Namen "Abdel Rahim" habe er bei seiner Bekehrung zum Islam übernommen. Nach Angaben der Zeitung "Boston Globe" hatte sich der Verdächtige einem Mitreisenden gegenüber als Jamaikaner ausgegeben.

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