American View
Chinas Weg zum „Global Player“

Das Jahr 2004 war zweifellos das Jahr, in dem China sich als ambitionierter „Global Player“ auf dem Weltmarkt gemeldet hat. Wer das im Laufe des Jahres noch nicht gemerkt hatte, kapierte es spätestens im Dezember, als das chinesische Elektronikunternehmen Levono das PC-Geschäft von IBM teilweise übernahm.

Das Jahr 2004 war zweifellos das Jahr, in dem China sich als ambitionierter "Global Player" auf dem Weltmarkt gemeldet hat. Wer das im Laufe des Jahres noch nicht gemerkt hatte, kapierte es spätestens im Dezember, als das chinesische Elektronikunternehmen Levono das PC-Geschäft von IBM teilweise übernahm. In den industrialisierten Ländern geht nun Angst um wie vor zwanzig Jahren, als Japan überall auf der Welt einkaufte und sich "Kronjuwelen" - in den USA zum Beispiel das Rockefeller Center in New York oder Goldman Sachs - "unter den Nagel riss", wie manche Medien warnten. Einige Investitionen von damals zahlten sich für Japan nicht aus.

Heute kann sich China vor Geld kaum retten und besitzt mehr als 540 Mrd. Dollar an ausländischen Währungsreserven. Ein wichtiger Unterschied zwischen China und dem Japan der 80-er Jahre ist der, dass der Großteil der chinesischen Investitionen durch eine autoritäre Regierung gesteuert wird, gegenüber der die USA und andere Industriestaaten reserviert sind. Der Yuan ist nicht voll konvertibel. Die chinesische Regierung diktiert, wer harte Devisen bekommt und wie sie genutzt werden dürfen. Das schürt die Angst, dass China seine enorme monetäre Macht politisch nutzen wird. Daher beobachtet Amerika Chinas Ambitionen, ein globaler Investor zu werden, mit gemischten Gefühlen.

Der 1,75-Milliarden-Dollar-Deal von Levono aber dürfte einige dieser Bedenken zerstreuen. Levono ist ein privates Unternehmen, zumindest nach chinesischen Standards, und seine Aktien werden an der Börse Hongkong gehandelt. IBM hat sein PC-Geschäft an Levono verkauft, weil die Chinesen es mit einer niedrigeren Kostenbasis profitabler führen können.

Noch mehr chinesische Unternehmen sind zurzeit auf Einkaufstour - in Europa und in den USA. Hier in den USA fällt es ihnen zurzeit wegen des schwachen Dollars besonders leicht, und offenbar interessieren sie sich besonders für Auto-Zulieferer. Und auf der Suche nach Öl- und Mineral-Ressourcen haben sie schon in Brasilien und im Iran Deals geschlossen.

Vor dem Ziel, ein "globaler Player" zu werden, steht aber noch der Yuan. Zwar ist es richtig, dass Peking dem US-Druck auf Aufwertung widersteht. Denn das würde wahrscheinlich den Zufluss an ausländischen Investitionen abebben lassen. Der aber ist nötig, um die vielen Chinesen zu versorgen, die jährlich neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Es bleibt aber die Frage, was mit den ausländischen Währungsreserven zu machen ist. Mit dem Dollar haben auch diese an Wert verloren. Aber China kann sie nicht verkaufen, ohne einen weiteren Dollar-Verfall auszulösen.

Die Freigabe des Yuan wäre die Lösung für Chinas Reserven und für seine globalen Ambitionen: All die gehorteten Devisen könnten profitabel investiert werden. Die Chinesen würden auf der ganzen Welt investieren können. Der Yuan würde eine Größe in der internationalen Finanzwelt werden. China wäre "Global Player".

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