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Olympia als Nagelprobe im Anti-Terror-Kampf

Die Olympischen Spiele in Athen könnten diesmal nicht nur ein gutes Zeichen für das friedliche Zusammenspiel von Sportlern und Nationen setzen, sondern auch für die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den globalen Terror.

Die Olympischen Spiele in Athen könnten diesmal nicht nur ein gutes Zeichen für das friedliche Zusammenspiel von Sportlern und Nationen setzen, sondern auch für die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den globalen Terror. Die Voraussetzungen sind gut: Kein größerer Krieg zwischen Nationalstaaten - weder heiß noch kalt - trübt die Spiele, die in ihrer modernen Geschichte bereits zweimal in Weltkriegen ausgesetzt und zweimal durch den Kalten Krieg beschädigt wurden. Der Balkan ist ruhig. Indien und Pakistan arbeiten an der Beilegung ihres Streits, China steht mit seinen Nachbarn auf relativ gutem Fuß. Nur wenige Staaten - Nordkorea, Kuba und Weißrussland - bleiben Querulanten.

Der Schatten, der über den Spielen liegt, ist der internationale Terror. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist klar, dass auch die Olympiade im Visier der Terroristen sein wird. Schon die Münchner Spiele 1972 waren Terrorziel, und der Tod der israelischen Athleten erschütterte damals die Fernsehzuschauer weltweit.

Bemerkenswert an dieser Olympiade ist daher die internationale Zusammenarbeit von Staaten und Organisationen im Kampf gegen den Terror. Nicht nur die griechischen Gastgeber geben Milliarden für die Sicherheit aus. Auch die Nato-Alliierten helfen und ließen die Vorbereitungen der Spiele beinahe zu einer Nato-Übung werden. In dieser Übung wird die Fähigkeit des Bündnisses getestet, den Terrorangriff auf den Weltfrieden zu bekämpfen - gegen El Kaida und ihre vielen Splitterorganisationen. Die Nato stellt für die Spiele eine 200 Mann starke ABC- Einheit zur Verfügung, schickt Awacs-Flugzeuge und ist im Mittelmeer präsent. Sogar arabische Nationen sind an diesen Bemühungen beteiligt und haben ihre Geheimdienste in Alarmbereitschaft versetzt. Australien hat Agenturberichten zufolge Iraks Nationalteam auf dem gefährlichen Weg zwischen Bagdad und Athen eskortiert. Damit sind die Olympischen Spiele nicht nur ein Zeichen für das friedliche Zusammenspiel der weltbesten Athleten, sondern auch eine bemerkenswerte Demonstration internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den globalen Terrorismus.

Wir alle hoffen, dass das internationale Sicherheitsaufgebot Terror während der Spiele verhindern kann. Sollten die Terroristen dennoch einen Anschlag wagen, werden die Sicherheits-Teams lernen, wie viel Zusammenarbeit nötig und möglich ist. Was sich bisher am besten bewährt hat, ist der präventive Austausch von Informationen, etwa über Namen und Aufenthaltsorte von Terroristen.

Hier ist besonders die Kooperation zwischen den USA, Pakistan und Großbritannien zu loben. Dadurch konnten seit Juli vier hauptverdächtige Terroristen verhaftet, fünf El-Kaida-Finanzinstitutionen in Manhattan, Washington und Newark entdeckt sowie ein Informationsfluss über Bewegungen des US-Flugzeugträgers Constellation im Persischen Golf an El Kaida unterbrochen werden konnte.

Die zentrale Herausforderung in der Anti-Terror-Kriegsführung ist jetzt, zu verstehen, wie effektiv ein solches vorsorgliches Durchgreifen wirklich ist. Wenn die Griechen die Olympischen Spiele sicher durchführen können, dann wird dies ein gutes Beispiel sein, wie viel - oder besser: wie wenig - Macht die Terroristen gegen eine internationale Staatengemeinschaft haben.

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