Amerikaner fordert Entschädigung
Dicker verklagt Imbissketten

Ein schwergewichtiger Amerikaner hat vier große Imbissketten auf Entschädigung verklagt. Er macht McDonald's, Burger King, Wendy's und die Kentucky Fried Chicken Corporation (KFC) für seine Fettleibigkeit und Krankheiten verantwortlich.

HB NEW YORK/HAMBURG. Der 56-jährige Techniker hatte vier bis fünf Mal pro Woche in Fastfood-Restaurants gegessen. Er glaubt, die dort verzehrten Hamburger, Pommes frites und Hühnerbeine seien Schuld an seinem hohen Blutdruck und Cholesterinspiegel. Sie seien auch für zwei Herzinfarkte und Diabetes verantwortlich.

Sein Anwalt, Samuel Hirsch, nannte am Donnerstag im Fernsehsender Fox News die vier Unternehmen unverantwortlich und warf ihnen vor, den Ernährungswert und Fettanteil ihrer Schnellgerichte zu verschleiern. Mit dem fettigen Essen würden sie "eine De-Facto-Sucht" bei ihren Kunden erzeugen, vor allem bei ärmeren Bürgern und Kindern.

"Imbissindustrie nicht ehrlich"

"Abhängigkeit wird nicht nur durch Nikotin und illegale Drogen ausgelöst", sagte der Anwalt. "Ich glaube, am Ende wird herauskommen, dass die Imbissindustrie nicht ehrlich zu ihren Kunden war." In der Klage ist keine Entschädigungssumme genannt. Die Sprecherin des US- Restaurant-Verbandes, Katherine Kim, wies die Vorwürfe als "sinnlos, unbegründet und lächerlich" zurück. In jedem Restaurant gebe es eine Auswahl von Angeboten, "und die Kunden können unter ihnen auswählen". Das heiße, dass jeder auch für sich allein Verantwortung trage.

In Deutschland hatte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) vor wenigen Tagen der Lebensmittelwirtschaft Mitverantwortung am zunehmenden Übergewicht bei Kindern gegeben. Süßigkeiten wie Schokoriegel oder Bonbons, Fast Food wie Tiefkühlpizza oder Pommes frites seien überzuckert und zu fett. "In den letzten 15 Jahren hat sich der Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen mehr als verdoppelt", hatte Künast in einem dpa-Gespräch gesagt.

Zuckerkranker Richter scheiterte

Ein zuckerkranker Richter aus Mecklenburg-Vorpommern, der die Hersteller von Limonaden und Süßigkeiten für seine Krankheit verantwortlich macht, ist im vergangenen April mit seiner Klage gescheitert. Nach Ansicht von Hans-Josef Brinkmann hat sein jahrelanger regelmäßiger Konsum von Coca Cola und Schokoriegeln den Alterszucker verursacht. Das Landgericht Mönchengladbach wies jedoch seine Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen die Masterfoods GmbH, die unter anderem "Mars" und "Snickers" vertreibt, zurück. Dagegen will das Landgericht Essen in Brinkmanns Streit gegen Coca Cola ein Gutachten abwarten, das klären soll, ob ein Zusammenhang zwischen dem Cola-Konsum und der Zuckerkrankheit des Richters besteht.

Der schwergewichtige Jurist aus Neubrandenburg will mit seinen Klagen die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln in Deutschland zu detaillierten Inhaltsangaben zwingen. Auf der Packung müsse der Anteil von Zucker, Fetten und Kohlenhydraten angegeben und auf die schädlichen Folgen für die Gesundheit hingewiesen werden.

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