Amerikaner gaben nicht so viel aus wie erwartet
Konsumtitel drücken Kurse an der Wall Street

Nach Angaben des US-Handelsministeriums ist der private Konsum in den USA im Februar nur leicht gestiegen. Analysten hatten mit einem deutlicheren Zuwachs gerechnet. Unter der schlechten Nachricht litten die Einzelhandelswerte. Auf den Verkaufslisten fanden sich auch Technologietitel.

hal/kjo NEW YORK. Schwächer als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsdaten und Sorgen über die Gewinnsituation der Technologiebranche ließen am Mittwoch an der Wall Street Befürchtungen über die Stärke der Konjunkturentwicklung in den USA aufkeimen. Die Aktienanleger reagierten mit Liquidationen. Von den Gewinnmitnahmen waren insbesondere Einzelhandelswerte und Hightech-Titel betroffen. Kaum spürbaren Einfluss zeigte eine Rede des US-Notenbankchefs, Alan Greenspan, vor Bankern in Honolulu, da er seine Äußerungen der Rede vor dem Bankenausschuss des US-Senats in der vergangenen Woche lediglich bekräftigte.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem Minus von 1,2 %. Der breiter gefasste S & P-500-Index verlor 1,0 % und der Nasdaq-Composite-Index 1,9 %.

Das Handelsministerium hatte am Morgen bekannt gegeben, dass der Umsatz des US-Einzelhandels im Februar um 0,3 % im Vergleich zum Vormonat gestiegen sei (Prognose: 0,9 %). Diese Nachricht belastete den Kurs des Supermarkt-Riesen Wal Mart, der 0,4 % fiel.

Der schwächer als erwartet gestiegene Konsum dämpfte insgesamt die gute Stimmung auf dem Parkett. "Ich glaube, wir werden einen mittelmäßigen Aufschwung haben", sagte Jay Mueller, Portfolio Manager von Strong Capital Management, der 45 Mrd. $ verwaltet. "Er ist nicht überhitzt und nicht unterkühlt; wir haben keinen sprunghaften Aufschwung, da die Rezession so mild war."

Neben den Einzelhandelswerten standen Technologietitel auf der Verliererseite. Für Gesprächsstoff sorgten Comverse Technology. Der Hersteller von Telefonnachrichten-Software hatte am Dienstag nachbörslich ein schwächeres Ergebnis gemeldet. Im vierten Quartal, das am 31. Januar 2002 endete, hat das Unternehmen einen Verlust von 29 US-Cents pro Aktie verbucht (Vorjahr: + 41 US-Cents). Comverse begründete die Entwicklung mit dem schwierigen Marktumfeld für die Branche. Die Aktie rutschte um 17,1 % ab und gehörte zu den Umsatzspitzenreitern an der Nasdaq.

Unter die Räder gerieten auch die Papiere von Lucent Technologies (11,8 %). Der Telekommunikationsausrüster hatte am Vortag nach Börsenschluss mitgeteilt, er wolle eine Wandelanleihe in Höhe von 1,5 Mrd. $ begeben. Darüber hinaus geht der Konzern davon aus, voraussichtlich später als erwartet die Gewinnzone zu erreichen. Zu den schwächeren Technologiewerten zählten auch die Titel des Chipgiganten Intel. Analysten von J.P. Morgan Securities hatten ihre Gewinnerwartung pro Aktie für dieses Jahr von 69 auf 60 US-Cents zurückgeschraubt. Intel reagierten mit einem Kursabschlag von 5 %. Noch härter traf es den Chiphersteller Cree, dessen Aktie um 12,9 % in die Knie ging.

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählte der Rüstungs- und Automobilzulieferer TRW. Zum zweiten Mal hat das Unternehmen ein Übernahmeangebot des US-Rüstungs- und Werftunternehmens für Kriegsschiffe, Northrop Grumman, abgelehnt. TRW verbesserten sich um 1,8 %. Northrop Grumann kletterten um 0,4 %.

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