Amerikaner können deutsche Preise nicht unterbieten Aldi und Lidl blockieren Wal-Marts Erfolgsrezept

Auf dem US-Markt hat Wal-Mart, der größte Handelskonzern der Welt, die Rolle des Preisbrechers. Hier zu Lande aber tun sich die Amerikaner schwer mit ihrem Erfolgsrezept.
  • Dr. Ruth Vierbuchen (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. Die Marktforschungsgesellschaft GfK in Nürnberg hat das Preisniveau von Wal-Mart im Vergleich zur Konkurrenz untersucht. Demnach liegen die Wal-Mart-Preise in den USA fast immer unter denen konkurrierender Einkaufsstätten. Die Preisabschläge lägen zwischen 3 % bei Bier und 33 % bei Fertigkuchen, so die Forscher. Damit habe sich der Handelskonzern bei den US-Verbrauchern als Discounter fest etabliert.

Doch auf Deutschland konnte Wal-Mart dieses Erfolgsrezept nach Übernahme der Wertkauf- und Interspar-SB-Warenhäuser in den Jahren 1998 und 1999 nicht übertragen. Das liegt an der Besonderheit des hiesigen Marktes: Deutschland ist das Mutterland der Discounter. Die Preisaggressiven sind seit Gründung des ersten Aldi-Marktes vor gut 30 Jahren von Sieg zu Sieg geeilt und spielen im Lebensmitteleinzelhandel nach den Zahlen des Bundesverbandes der Filialbetriebe und SB-Warenhäuser (BFS) eine maßgebliche Rolle. Sie haben den harten Preiswettbewerb geprägt.

Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass Wal-Mart mit seinen spektakulär aufgemachten Preisaktionen zwar für Furore sorge, die Preisführerschaft aber nicht erreichen konnte. Laut GfK lagen die Durchschnittspreise der über 90 Wal-Mart-Märkte zumeist über denen der Konkurrenz. Produkte von Wal-Mart seien zwischen 11 und 25 % teurer als die von Aldi, Lidl, Norma und Co. "Das ist bei den preisbewussten deutschen Verbrauchern ein immenser Nachteil", so die GfK.

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