Amerikaner stehen weiter hinter Militäreinsatz
Kämpfe im Osten Afghanistans wieder aufgeflammt

Nach dem Abzug von 400 US-Soldaten aus dem Osten Afghanistans sind die Kämpfe in den Bergen südlich von Gardes am Montag wieder aufgeflammt.

dpa WASHINGTON/MOSKAU. Die Widerstandsnester mit Taliban- und El Kaida-Kämpfern seien aus der Luft bombardiert und mit Raketen beschossen worden, meldete der Nachrichtensender CNN aus der Region. US-Medien berichteten über einige Spannungen zwischen den verschiedenen afghanischen Kampftruppen in der Region.

"Wir sehen heftige Bombardierungen und Raketenangriffe", sagte ein CNN-Reporter, der rund zwei Kilometer hinter der Frontlinie rund 160 Kilometer südlich von Kabul stand. "Die Operation Anaconda ist offenbar in vollem Gange." Die Amerikanischen und afghanischen Soldaten wurden am Montag durch afghanische Truppen verstärkt.

Generalstabschef Richard Myers bezeichnete den Abzug der US- Soldaten am Sonntag als Routineaustausch. Die Soldaten würden mit neuen Waffen ausgestattet und kehrten wahrscheinlich in das Kriegsgebiet zurück. Die zurück gekehrten Soldaten bezeichneten den Kampf in dem unwirtlichen Terrain bei schlechtem Wetter als äußerst schwierig. Seit Beginn der Offensive kamen acht US-Soldaten ums Leben. Das US-Militär schätzt die Opfer auf Seiten der El-Kaida - Kämpfer auf mehrere hundert.

Die überwiegend paschtunischen Verbündeten der USA haben nach einem Bericht der der "Washington Post" am Wochenende gegen eine überwiegend tadschikischen Verstärkungstruppe aus dem Norden protestiert und deren Abzug gefordert.

Die Amerikaner stehen trotz ihrer eigenen Opfer im Afghanistan- Krieg weiter voll hinter der Militäroffensive. In einer Umfrage äußerten 90 % der Befragten Unterstützung für den Krieg, berichtete die "Washington Post" am Montag, ebenso viele wie im November.

Nach dem Tiefpunkt in den beiderseitigen Beziehungen während der sowjetischen Besetzung Afghanistans von 1979 bis 1989 erhofft sich Russland vom Besuch des Übergangsregierungschefs Hamid Karsai einen Neuanfang. Das sagte Vizeaußenminister Alexander Losjukow am Montag in Moskau kurz vor der Ankunft Karsais. "Natürlich muss man der Vergangenheit gedenken", erklärte Losjukow, "aber wir können die Beziehungen nicht auf unserer dunklen Vergangenheit aufbauen."

Sowjetische Truppen waren 1979 in Afghanistan einmarschiert, um die kommunistische Regierung in Kabul an der Macht zu halten. Nach einem zehnjährigen Partisanenkrieg musste sich die Sowjetarmee geschlagen zurückziehen. Während der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 strömten Drogen und bewaffnete Extremisten aus Afghanistan in den Süden der früheren Sowjetunion und bedeuteten ein Sicherheitsrisiko für Russland.

Deshalb stellte sich Moskau im vergangenen Herbst an die Seite der USA im Kampf gegen den Terrorismus und machte den Weg frei für amerikanische Truppen in Zentralasien. Daneben lieferte Moskau Waffen im Wert von 45 Mill. $ (51,7 Mill. Euro) an die Nordallianz.

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