"Amerikaner werden schnell Ergebnisse fordern"
Experten: Bush trifft richtigen Ton

Die Rede von George W. Bush sei genau das gewesen, was das amerikanische Volk gebraucht habe, erklärte der Redenschreiber des früheren US-Präsidenten Gerald Ford. Mit dieser Meinung steht Craig Smith nicht alleine da.

Reuters WASHINGTON. Mit seiner Rede vor dem Kongress in Washington zu den Anschlägen in den USA hat Präsident George W. Bush nach Einschätzung von Experten den richtigen Ton getroffen. Die Rede am Donnerstagabend sei das gewesen, was Bush und die Nation gebraucht hätten, sagte der Redenschreiber des früheren US-Präsidenten Gerald Ford, Craig Smith. Politische Experten stimmten darüber ein, dass es zu den Hauptaufgaben Bushs gehören wird, für den von ihm angekündigten Krieg gegen Terrorismus den Rückhalt der Bevölkerung zu sichern. "Nach dieser Art von Rede werden die Amerikaner sehr schnell Ergebnisse fordern", sagte der Stabschef im Präsidialamt unter Bushs Vorgänger Bill Clinton, Leon Panetta.

"Solange die Vereinigten Staaten entschlossen und stark sind, wird dies kein Zeitalter des Terrors sein, dies wird hier und weltweit ein Zeitalter der Freiheit sein", sagte Bush vor den Abgeordneten. Er forderte die in Afghanistan herrschende Taliban-Bewegung auf, den Extremisten Osama bin Laden und alle Anführer seiner Organisation El Kaeda auszuliefern. Die Taliban lehnten dies umgehend ab. Die USA betrachten Bin Laden als Hautverdächtigen für die Anschläge vom 11. September. Bei den Attentaten in New York und bei Washington kamen wahrscheinlich tausende Menschen ums Leben.

Definition des Feindes von Amerika

Die Experten würdigten, dass Bush in seiner Rede den "Feind Amerikas" definiert habe. Bush sagte, Bin Ladens Terroristen folgten dem Weg von Faschismus, Nationalsozialismus und Totalitarismus. Und er bekräftigte, jedes Land zu verfolgen, das Gruppen Unterschlupf gewähre, die von den USA als Terroristen betrachtet würden. "Jede Nation, jede Region, muss jetzt eine Entscheidung treffen. Entweder ihr seid für uns, oder ihr seid für die Terroristen."

Panetta und andere Experten sagten, nach Bushs Aufruf müssten die USA weitere Feinde benennen. Es bestehe aber auch die Gefahr, dass sich der Zorn der USA gegen die richte, die sich nicht an Bushs Seite stellen wollten. "Bush muss das ein wenig besser definieren. Wenn du Terrorismus in 60 Staaten hast, was heißt das, sind das alles Feinde?", fragte Panetta. Bush richtete sich eindeutig an die Taliban-Bewegung in Afghanistan, die nach seiner Darstellung die eigene Bevölkerung unterdrückt. Die Taliban stelle eine Gefahr für andere Staaten dar, da sie Terroristen Unterschlupf gewähre und unterstütze.

Ruhig und entschlossen

Bush habe klar den Eindruck bevorstehender Angriffe auf Afghanistan hinterlassen, sagte der ehemalige Professor am National War College, Ronald Tammen. Ihn erinnerte nach eigenen Angaben die Rede Bushs an die bedeutender Ansprachen früherer US-Präsidenten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bush machte bei seiner Rede einen ruhigen, entschlossenen Eindruck. Von den unangemessenen Betonungen und der mangelnden Aussprache früherer Reden war keine Spur mehr. Klarer und aufrichtiger könne man nicht sprechen, meinte Tammen. Die Politikwissenschaftlerin an der City University in New York, Stanley Renshon, sagte: "Es war teilweise eine knallharte Rede, aber sie war nie schroff, nie schrill."

Nach einer gemeinsamen Erhebung des Fernsehsenders ABC NEWS und der Tageszeitung "Washington Post" sahen 79 % der US-Bevölkerung die Ansprache Bushs. 91 % der Befragten stimmten Bushs Erwiderung auf die Anschläge zu, fünf Prozent lehnten seinen Kurs ab. 90 % der 526 Befragten sprachen sich für Angriffe gegen Gruppen oder Nationen aus, die für die Anschläge verantwortlich seien. Die mögliche Fehlerquote der Erhebung lag bei 4,5 %punkten.

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