Amerikanische Halbleiter-Aktien geraten ins Rutschen
US-Technologiebörse Nasdaq gerät unter Druck

Die Kurse der amerikanischen Dividendentitel gingen am Montag von Beginn auf Tauchstation. Zur Schlussglocke wies der Dow-Jones-Index mit einem Abschlag von 0,5 % noch die geringsten Verluste aus. Härter traf es den breiter gefassten S & P-500-Index, der 1,5 % verlor. Am schlimmsten erwischte es jedoch die Nasdaq, die um 4,8 % nachgab. Umgesetzt wurden rund 987 Mill. Aktien.

wlr/kjo/HB NEW YORK. Im Mittelpunkt des Geschehens stand nach wie vor die Berichtssaison der US-Firmen für das erste Vierteljahr. Mehr als 150 Unternehmen aus dem S & P- 500-Index werden in dieser Börsenwoche ihre Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Viele Analysten zeigten sich mit Blick auf die nahe Zukunft von der Rally der vergangenen Woche wenig beeindruckt. "Wir bleiben kurzfristig eher skeptisch, denn die Rally könnte nur von kurzer Dauer sein, und wir wollen erst sichergehen, dass sie Substanz hat", so Miles Berryman von J.P. Morgan Chase & Co.

Den Anfang mit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal machten fünf Firmen: Minnesota Mining & Manufacturing (3M), SBC Communications, Exxon Mobil, American Express und PepsiCo.

3M, Hersteller von Konsum- und Industriegüterprodukten, konnte seinen Gewinn im ersten Quartal um 2,4 % steigern und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten. Kostenkontrolle und starke internationale Ergebnisse kompensierten die Effekte der schwachen US-Wirtschaft und der höheren Energiekosten. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass es innerhalb eines Jahres 5 000 Stellen abbauen wird. Die Aktien von 3 M legten 3,4% zu.

Weniger gut erging es den Titeln von SBC Communications. Die lokale Telefongesellschaft präsentierte auf Grund der sich abschwächenden US-Wirtschaft und hoher Kosten für den Ausbau ihres Telefonnetzes gesunkene Gewinne. Zudem warnte das Unternehmen, dass seine Ergebnisse für 2001 hinter den Erwartungen der Experten zurückbleiben könnten. Die Aktien von SBC Communications rutschten anfänglich um knapp 4% ab, konnten das Minus aber später bis auf 1,9% eingrenzen.

Besser sah es für Exxon Mobil aus. Die weltweitgrößte Ölgesellschaft übertraf mit einem Gewinn von 1,44 $ pro Aktie die Erwartungen der Analysten um 9 Cents. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf gestiegene Gewinnmargen bei Benzin und auf höhere Erdgaspreise. Exxon-Aktien verbesserten sich um 3,3%.

Weniger Grund zur Freude hatte American Express. Die Gewinne des Finanzdienstleisters sind im ersten Quartal dieses Jahres wegen Ausfällen bei Verbindlichkeiten und ausbleibenden Erträgen aus Kundengeschäften um 18 % gefallen. Der Aktienkurs gab um 2,4% nach.

PepsiCo erfreute die Aktienanleger mit einem Gewinnsprung von 18 in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres. Pro Aktie wurde ein Ertrag von 0,34 $ nach 0,29 $ im Vorjahreszeitraum erreicht. Der Getränkehersteller begründete das gute Ergebnis mit den starken Umsatzzuwächsen im nordamerikanischen Raum. Die Aktie kletterte um 2,5%.

Ein Sektor, der wohl vorerst ein Sorgenkind bleiben wird, ist die Halbleiter-Industrie. Analysten von Merrill Lynch halten Aktien der Halbleiter-Unternehmen nach der Rally der vergangenen beiden Wochen für zu teuer, da eine nachhaltige Erholung der Halbleiter-Industrie aus ihrer Sicht nicht zu erwarten ist. Intel-Aktien büßten bis zum Schluss 6,5% ein. Applied Micro Circuits fielen um 14,9 %, während die Aktien von Vitesse Semiconductor knapp 6,7% verloren.

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