Amerikanische Hersteller unter Druck
US-Absatzzahlen stützen Auto-Aktien

Eine besser als erwartete Entwicklung des US-Automarktes im Juni hat den Kursen der Aktien der meisten deutschen Autokonzerne am Mittwoch Auftrieb verschafft. Der Dax-Automobil-Index legte bis zum Mittag um 0,2 % zu, während das Börsenbarometer Dax der 30 wichtigsten Werte insgesamt um 0,8 % nachgab.

Reuters FRANKFURT. Bei den meisten der deutschen Autohersteller entwickelte sich der Absatz auf dem größten Automobilmarkt der Welt im Juni besser als der Gesamtmarkt, der sich mit einem Zuwachs des Absatzvolumens um 0,2 % auf 1,632 Millionen Fahrzeuge ebenfalls freundlicher präsentierte als von Marktbeobachtern erwartet.

Finanzexperten begründeten die besser als erwartete Absatzentwicklung auf dem US-Markt mit dem trotz schwächerer Konjunktur immer noch hohen Verbrauchervertrauen in den USA. Zudem gebe es einen harten Preiswettbewerb der Massenhersteller, bei denen die Kaufanreize durch Preisnachlässe oder günstige Finanzierungen mittlerweile im Schnitt 1 800 Dollar pro Fahrzeug erreicht hätten. In Deutschland sagten Aktienhändler, die Entwicklung des US-Marktes könne Sorgen vor schädlichen Auswirkungen der schwächeren US-Konjunktur auf das Autogeschäft mildern.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnen Finanzexperten mit anhaltend starken Autoverkäufen in den USA, da das Geschäft dann unter anderem von den Auswirkungen der jüngsten Senkungen der Leitzinsen durch die US-Notenbank gestützt würden. Branchenvertreter gehen davon aus, dass sich Zinsschritte der Notenbank in den USA wegen des hohen Anteils der durch Kredit oder Leasing finanzierten Fahrzeugkäufe vergleichsweise hoch ist.



Die unter hohen Verlusten leidende US-Tochter von Daimler-Chrysler, Chrysler, verzeichnete mit einem Verkaufsplus von 1,4 % erstmals seit vergangenem September wieder steigende Absätze, während die US-Konkurrenten Ford und General Motors von nochmals sinkenden Verkaufszahlen berichteten. Analysten hatten allenfalls einen unveränderten Absatz von Chrysler erwartet. Dagegen ging der US-Absatz des Stuttgarter Konzerns von Fahrzeugen der Marke Mercedes im vergangenen Monat um 3,3 % zurück. An der Börse legte der Kurs der Daimler-Chrysler-Aktie zunächst leicht zu, gab dann aber bis zum Mittag im Vergleich zum Vortagesschluss um 0,4 % auf 55,09 ? nach.

Die Aktie des VW-Konzerns legte um 0,5 % auf rund 56 ? zu. Der Kurs der BMW-Aktie kletterte um 1,7 % auf 40,21 ? in die Höhe. Auch die Aktie des Sportwagenherstellers Porsche gewann um 0,9 % auf 407,50 ? an Wert, obwohl der Absatz in den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt von Porsche, im Juni um 3,9 % auf 1 933 Fahrzeuge sank. Durch die relativ kleinen Stückzahlen beim Absatz ist das Porsche-Geschäft allerdings anfälliger für Schwankungen.

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