Amerikanische Pläne zum Raketenabwehrsystem NMD stossen weiter auf Kritik
Joschka Fischer warnt vor zwei Sicherheitszonen in der NATO

dpa FLORENZ. Bundesaußenminister Joschka Fischer hat die Diskussion um das amerikanische Raketenabwehrsystem NMD als bedeutsam für die künftige Sicherheitsstruktur der NATO bezeichnet. "Ich sehe die Gefahr von zwei Sicherheitszonen, Zonen unterschiedlicher Sicherheit", sagte Fischer am Mittwoch am Rande des Treffens der NATO-Außenminister in Florenz dem Fernsehsender N24.

US-Außenministerin Madeleine Albright erläuterte ihren Kollegen noch einmal die Vorstellungen, nach denen die USA über ein satellitenüberwachtes System Schutz vor Interkontinentalraketen suchen. Dabei gehen sie von einer Bedrohung von Drittstaaten aus, wie etwa dem Irak.

Fischer sagte, über NMD müsse mit den USA "sehr ernsthaft" gesprochen werden. Diese nationale Entscheidung der USA werde starke Auswirkungen auf andere Staaten haben. "Das wird eine Weichenstellung mit sehr weitreichenden Konsequenzen." Ähnlich äußerte sich auch der französische Außenminister Hubert Vedrine.

Die Mehrzahl der europäischen NATO-Staaten möchte, dass die USA sich eng mit Russland in dieser Frage absprechen und dass die gültigen Abrüstungsverträge nicht ausgehebelt werden. In Florenz wird am Nachmittag auch der russische Außenminister Igor Iwanow erwartet. Es ist das erste Treffen zwischen der NATO und Russland auf dieser Ebene nach dem Kosovo-Krieg im vergangenen Jahr.

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