Amerikanischer Discountwarenhaus-Filialist korrigiert Gewinnprognosen nach oben
Wal-Mart wird Umsatz-Weltmeister

Der Billiganbieter Wal-Mart steht gerade in der aktuellen Wirtschaftsflaute bei Amerikanern hoch im Kurs. Daneben profitiert das Handelshaus von der Pleite des Erzkonkurrenten K-Mart. Dank der starken Marktposition werden dem weltgrößten Einzelhändler nun sogar Preiserhöhungen zugetraut.

kk NEW YORK. Die US-Warenhauskette Wal-Mart Stores steigt zum weltgrößten Unternehmen auf. Vierzig Jahre, nachdem Firmengründer Sam Walton den ersten Discount-Anbieter in einer Kleinstadt in Arkansas eröffnet hat, übertrumpft Wal-Mart nun den Ölkonzern Exxon-Mobil, der bislang die Umsatz-Liste des Wirtschaftsmagazins Fortune anführte.

Wal-Mart setzte im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Januar endete, 217,8 Mrd. $ um - und überflügelte Exxon-Mobil um fast 5 Mrd. $. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in den USA steigerte Wal-Mart seinen Umsatz im gesamten Jahr um 13,8 %. Damit lag der Einzelhändler aus Bentonville/Arkansas nur knapp unter seinen Prognosen, die er noch vor zwei Wochen nach oben geschraubt hatte.

In Zeiten, in denen die Verbraucher stärker auf ihr Geld achten, gelten die Niedrigpreise von Wal-Mart als besonders attraktiv. Allein im vierten Quartal steigerte Wal-Mart seinen Umsatz um 13,5 % auf 64,2 Mrd. $. In der gleichen Zeit stieg der Gewinn um 9,2 % auf 2,2 Mrd. $ und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten. Im gesamten vergangenen Jahr kletterte der Gewinn um 6 % auf 6,7 Mrd. $. Und für das laufende Jahr korrigierte Vorstandschef Lee Scott die Gewinnerwartungen leicht nach oben.

"Wir hatten ein gutes Ende in einem schwierigen Jahr", kommentierte Scott die jüngsten Ergebnisse. Obwohl es ihm nicht gelang, den Gewinn genau so stark zu steigern wie den Umsatz, sei die Wachstumsrate im vierten Quartal "mehr als dreimal so hoch wie in den ersten sechs Monaten des Jahres" gewesen, betonte er.

Bei anderen Billig-Anbietern ist das Jahr dagegen nicht so glimpflich zu Ende gegangen: Der Konkurrent K-Mart aus Troy/Michigan musste im Januar Gläubigerschutz beantragen, nachdem die Kunden ausblieben und Zulieferer kein Geld mehr für ihre Ware erhielten. Wal-Marts Wachstum ging dagegen weiter: Einen Tag nach K-Marts Antrag auf Gläubigerschutz öffnete Wal-Mart 17 neue Läden in 12 Bundesstaaten, eine Woche später folgten 5 weitere Warenhäuser. Insgesamt hat Wal-Mart in den USA 3 244 Läden und 1 170 außerhalb der USA, 95 davon in Deutschland.

Die geplanten Schließungen von K-Mart-Läden kommen Wal-Mart entgegen. Investoren rechnen damit, dass K-Mart vor allem jene Geschäfte schließen wird, die sich in der Nähe eines Wal-Marts befinden.

Wo K-Mart direkt der Konkurrenz von Wal-Mart ausgesetzt war, zog er stets den Kürzeren: "Jeder braucht Toilettenpapier und Zahnpasta, und Wal-Mart verkauft es am effizientesten", erklärt Eric Beder, Analyst des Investmenthauses Ladenburg, Thalmann & Co den Erfolg der Kette aus Arkansas. Wal-Marts Strategie mit seinen Dauerniedrigpreisen überzeugte die Kunden mehr als die klassischen Sonderangebote von K-Mart.

Wal-Mart könnte nun die Preise dort wieder anziehen wird, wo die Konkurrenz von K-Mart wegfällt. Britt Beemer, Chairman der Marktforschungsgruppe America?s Research Group, will solche Maßnahmen nicht ausschließen. "Die werden keine Margen verschenken", sagt Beemer.

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