Amerikanischer Kreditmarkt
US-Staatsanleihen steht eine volatile Woche bevor

Die amerikanischen Kreditmärkten stehen nach Einschätzung von Volkswirten angesichts der Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Devisenmärkte, der Energiepreise und der Aktienbörsen vor einer bewegten Woche.

Reuters NEW YORK/TOKIO. Vor diesem Hintergrund sei nicht auszumachen, welche Richtung der Markt im Wochenverlauf einschlagen werde, sagten sie. So wisse man nicht, ob die Industrienationen erneut dem angeschlagenen Euro zu Hilfe eilen würden. "Interventionen zur Stützung des Euro können nicht gut sein für Dollar-Anlagen," sagte Christopher Low, Chefvolkswirt beim Investmenthaus Tennessee Capital Markets. Man könne nicht intervenieren, ohne Vermögenswerte zu verkaufen und dies seien normalerweise Treasuries, fügte er hinzu.

Die richtungweisenden 30-jährigen Bonds zu 6,250 Prozent hatten am Freitag nach einer Achterbahnfahrt des Kurses mit 104-21/32 Zählern um 5/32 Punkt höher geschlossen.Sie rentierten auf diesem Niveau mit 5,914 Prozent. Notenbanken aus den G7-Staaten hatten am Freitag überraschend gemeinsam am Devisenmarkt zur Stützung des Euro interveniert und der angeschlagenen Währung zeitweilig Kursgewinne von fast drei Cents auf mehr als 0,90 Dollar beschert. Die Währung hatte sich jedoch nicht auf diesem Niveau behaupten können und war mit Kursen von 0,8764/69 Dollar in das Wochenende gegangen.

Warten auf dänisches Referendum

Eine erneute Verteidigung des Euro durch führende Notenbanken wird den Volkswirten zufolge das kurze Ende des Marktes unter Druck setzen. Amerikanische Rentenwerte könnten aber von einer Ablehnung des Euro beim Referendum in Dänemark am 28. September profitieren. "Ich glaube, das dänische Referendum am Donnerstag und seine Wirkung auf den Euro ist das wichtigste Ereignis dieser Woche," sagte Richard Gilhooly, Rentenstratege der Großbank BNP Paribas.

OPEC steigert Ölexportquote

Im Energiebereich werde der Markt sehr aufmerksam die weitere Entwicklung nach der angekündigten Freigabe von 30 Millionen Barrel (Barrel = 159 Liter) aus der strategischen Reserve der USA beobachten. Die große Frage sei, ob ein solcher Schritt, wie bereits die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) vor zwei Wochen ebenfalls seine Wirkung verfehlt und die Ölpreise weiter steigen. Die Opec hatte auf ihrem letzten Treffen entschieden, die Ölexporte um 800.000 Barrel täglich zu steigern.

Die Verteuerung des Öls habe am Markt Inflationsängste geweckt und die Bondrenditen in diesem Monat um 0,25 Prozent anziehen lassen. Während die längeren Laufzeiten unter Befürchtungen litten, die hohen Energiekosten könnten die Inflation aufleben lassen, hätten die kürzeren Fristen von der Annahme profitiert, die höhen Ölpreise zehrten eine Teil der privaten Einkommen auf und schmälerten so das Wirtschaftswachstum, sagten Volkswirte. Daraus seien Spekulationen entstanden, die Fed müsse möglicherweise die Zinsen senken.

Unsicherheit durch Gewinnwarnungen

Den Volkswirten zufolge muss der Markt zudem in dieser Woche die Versteigerung zweijährigen Notes des Finanzministeriums im Volumen von 10,0 Milliarden Dollar verdauen. Die im Wochenverlauf anstehenden Konjunkturdaten dürften die fundamentalen Aussichten für die Wirtschaft nicht ändern. Für Unsicherheit sorge aber weiterhin die Aktienbörse. Vor allem die anstehenden Quartalsgewinne der Unternehmen lösten nach verschiedenen Gewinnwarnungen in der vergangenen Woche Unsicherheit unter den Anlegern aus.

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