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«Amor per Roma»: Laura Biagiotti feiert Premiere bei Alta ModaDPA-Datum: 2004-07-14 14:03:57

Rom (dpa) - Schöner und stimmungsvoller hätte sich die gebürtige Römerin Laura Biagiotti das erste Defilee in ihrer Heimatstadt nicht ausmalen können. Die Reiterstatue des Marc Aurel auf dem Kapitolsplatz war am Dienstagabend in strahlendes Blau getaucht.

Rom (dpa) - Schöner und stimmungsvoller hätte sich die gebürtige Römerin Laura Biagiotti das erste Defilee in ihrer Heimatstadt nicht ausmalen können. Die Reiterstatue des Marc Aurel auf dem Kapitolsplatz war am Dienstagabend in strahlendes Blau getaucht.

Ein gigantischer weißer Laufsteg führte rund um die herrliche Piazza und auf die Wände des Rathauses war in leuchtenden Lettern der Name «Laura Biagiotti» projiziert. Ganz Rom lag der Designerin bei lauer Sommerluft sprichwörtlich zu Füßen - und in der ersten Reihe bestaunten Italiens First Lady Franca Ciampi, Film-Legende Virna Lisi, Primadonna Carla Fracci und Santo Versace die Kreationen der 60-jährigen Mode-Ikone.

Die Rührung war Biagiotti im Gesicht abzulesen, als sie aus den Händen von Vize-Bürgermeisterin Maria Pia Garavaglia eine Skulptur der römischen Wölfin mit Romulus und Remus sowie einen Goldring in Form des Kolosseums entgegennahm. Zuvor hatte die Ewige Stadt der Designerin bereits einen Preis für ihre Karriere überreicht, die vor 32 Jahren begann. «Wo auch immer Sie hingehen, bringen sie Rom in die Welt», hieß es zur Begründung.

Als eine der ersten war sie mit ihren Boutiquen in Moskau vertreten, und für ihre beiden Modenschauen in China erhielt sie sogar den klangvollen Titel «New Marco Polo». In Mailand beteiligte sie sich an den Pret-á-Porter-Schauen. Nur in Rom, wo die Designerin seit jeher arbeitet und lebt, hatte sie ihre Kollektionen noch nie öffentlich präsentiert. Deshalb muss die Premiere bei der Alta Moda vor allem für sie selbst ein Meilenstein gewesen sein, hat sie doch schon vor Jahren erklärt: «Rom inspiriert mich immer wieder aufs Neue, es ist ein wichtiger Bestandteil meiner Kreativität.»

«Amor per Roma»: Das Motto der Schau ist nicht nur ein Wortspiel, wenn man Amor und Roma rückwärts liest, sondern gleichzeitig der Inbegriff von Biagiottis Schaffen. Mit ihrer neuen Kollektion für Herbst-Winter 2004/2005 bewies die Modemacherin einmal mehr, wie vielfältig und virtuos ihre Ideen sind. Sie verzichtet auf Exzesse, dennoch sind manche Kreationen ungemein sexy und gewagt. Schwingende Taftröcke mit Pelzbesatz in Schwarz, Weiß und Rot sowie große «Jackie-O.-Brillen» wechseln mit engen Satin-Hosen und strengen Mänteln. Auch setzt Biagiotti ganz auf den Ton Cremeweiß und präsentierte Pulloverkleider in Minirock-Länge sowie Jacken im Poncho-Look aus Wollstoffen, die mit Stiefeln kombiniert werden.

Auch für ihre «Dolls» - spezielle Entwürfe für Kinder - kreierte die Modeschöpferin Woll-Kleidchen im Farbton Hellbeige, wozu die kleinen Models Moonboots trugen. Am Ende gab es Ovationen für die grande Signora des römischen Modehimmels, die sich selbst in einem hellgelben bestickten Kaftan und weißer Hose präsentierte. Nach der jahrelangen Flaute großer Namen bei der Alta Moda hat das Defilee vielleicht auch neue Türen für die Zukunft geöffnet. Schließlich erklärte Santo Versace am Ende der Schau: «Wenn der Bürgermeister uns ruft und einen so schönen Platz anbietet, werden wir uns nicht zurückziehen.»

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