Amoroso und Max in Torlaune
Bayer-Gala stellt Makaay-Einstand in den Schatten

Die Prügelknaben der vergangenen Saison haben dem neuen Millionenstürmer des Titelfavoriten die Show gestohlen. Mit dem dritten Sieg vom Start weg und einer Gala-Vorstellung beim 4:0 gegen Hannover 96 bleibt Fast-Absteiger Bayer Leverkusen das Top-Team in der neuen Spielzeit.

HB/dpa DÜSSELDORF. Doch sowohl Rekordmeister Bayern München mit dem Neueinkauf Roy Makaay, der in seinem ersten Spiel beim 2:0 gegen den VfL Bochum noch leer ausging, als auch Borussia Dortmund nach dem 3:1-Erfolg gegen München 1860 bleiben dem Tabellenführer auf den Fersen. Trainer Klaus Augenthaler, der im fünften Spiel den fünften Sieg feierte, blieb noch bescheiden. "Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Da fehlen schon noch einige Punkte."

Bezeichnend für den Aufschwung unter dem Bayer-Kreuz ist die Wandlung des brasilianischen Stürmers Franca, der einen Treffer selbst erzielte und drei weitere vorbereitete. "Der Trainer hat mir den Glauben an mich selbst zurückgegeben", meinte der Brasilianer, der nach fast einem Jahr wieder einen Bundesliga-Treffer erzielte. Der glänzende Auftritt der Bayer-Elf ließ die Rückkehr der ehemaligen Leverkusener Thomas Brdaric und Jan Simak zur Nebensache werden.

Beim 2:0-Sieg des FC Bayern ließ 18,75 Millionen-Stürmer Makaay ein Mal sein Können aufblitzen, als er mit einem feinen Pass das 1:0 durch Claudio Pizarro einleitete. "Er hätte einen Super-Einstand haben können, wenn er auch seine hundertprozentige Torchance genutzt hätte", meinte Trainer Ottmar Hitzfeld. Sein erstes Bundesliga-Tor für den Meister erzielte hingegen Sebastian Deisler mit einem sehenswerten Freistoßtreffer. "Das wird ihm Selbstvertrauen geben", lobte Hitzfeld.

Von solch einem Erfolgserlebnis können die Profis des Hamburger SV derzeit nur träumen. Noch immer wartet die vor Saisonbeginn hoch gehandelte Mannschaft von Trainer Kurt Jara auf den ersten Sieg und geht nach dem peinlichen 1:5 (0:0) beim VfL Wolfsburg unruhigen Zeiten entgegen. Dagegen bescherte Hamit Altintop dem FC Schalke 04 das ersten Erfolgserlebnis in der Bundesliga: In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte der Türke im zweiten Sonntag-Spiel für den glücklichen 2:1 (1:0)-Erfolg seiner Mannschaft gegen Aufsteiger 1. FC Köln.

Vor der mit 76 500 Besuchern größten Kulisse im Dortmunder Westfalenstadion spielte sich BVB-Torjäger Marcio Amoroso mit zwei Treffern beim 3:1-Sieg gegen die Münchner "Löwen" in die Herzen der Fans. "Alle wussten: Wenn Amoroso wieder fit ist, macht er auch wieder Tore. Wir brauchen ihn, um unsere Ziele zu verwirklichen", sagte Dortmunds Manager Michael Meier nach dem erst in der zweiten Halbzeit gesicherten Erfolg.

Mit zwei nicht erwarteten Auswärtssiegen haben sich der VfB Stuttgart und Werder Bremen in die Spitzengruppe geschossen. Beim 1:0-Sieg der Schwaben bei den zu Hause zuletzt neun Spiele unbesiegten Mönchengladbachern rettete Torhüter Timo Hildebrand mit einem gehaltenen Strafstoß von Igor Demo kurz Schluss den Sieg, den Cacau nach Vorarbeit von Kevin Kuranyi mit seinem ersten Treffer für den VfB einleitete. "Wenn wir so weiter machen, können wir eine Spitzenmannschaft werden", meinte Stuttgarts Co-Trainer Krassimir Balakow.

Ein Treffer des Franzosen Johan Micoud genügte dem SV Werder, um im einst gefürchteten "Hexenkessel" beim 1. FC Kaiserslautern zu gewinnen und die UI-Cup-Pleite gegen Pasching in den Hintergrund zu rücken. Die Pfälzer, die immer noch auf ihre ersten Pluspunkte warten, mussten schon die zweite Heimniederlage nacheinander hinnehmen. "Wir müssen jetzt zusammen aus der Scheiße rauskommen", forderte FCK-Coach Erik Gerets.

Der beste Torschütze des Tages führte Hansa Rostock beim 3:0 über Eintracht Frankfurt im Alleingang zum ersten Saisonsieg. Mit drei Toren schraubte Neuzugang Martin Max seine Ausbeute auf 110 Bundesliga-Treffer. "Die Bundesliga ist wie eine Droge", meinte der 35 Jahre alte Torjäger. "Das war maximal", lobte Hansa-Kapitän Mathias Schober.

Starken Gegenwind und "Stevens-raus"- Rufe musste Hertha-Trainer Huub Stevens nach dem 0:0 gegen Freiburg und somit drei sieg- und torlosen Spielen ertragen. "Die Mannschaft muss sich durchbeißen. Ein Stück Verantwortung bleibt auch bei den Spielern", meinte Manager Dieter Hoeneß. Nationalspieler Fredi Bobic traf den Nagel auf den Kopf: "Man sieht, dass ein Marcelinho nicht zu ersetzen ist."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%