Amtsgerichts-Entscheid abzuwarten
Babcock kann HDW noch nicht verkaufen

Die größte deutsche Werft und U- Boot- Schmiede HDW darf trotz einer Entscheidung der EU-Kommission für eine Übernahme durch US-Investoren vorerst noch nicht verkauft werden. Der Babcock-Konzern muss noch eine Entscheidung des Oberhausener Amtsgerichts abwarten, weil ein Babcock-Anteilseigner einen Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung gerichtlich durchsetzen will.

dpa BRÜSSEL/OBERHAUSEN. Anteilseigner Guy Wyser Pratt will damit den Verkauf in letzter Minute noch durch die Aktionäre verhindern lassen. Nach Ansicht von Wyser Pratt wird mit HDW ein Filetstück verkauft, das besser im Konzern bleiben sollte.

Das Landgericht Duisburg hat inzwischen auf Antrag eines Wyser- Pratt-Geschäftspartners eine Einstweilige Verfügung durchgesetzt, die den HDW-Verkauf bis zur Amtsgerichts-Entscheidung untersagt. "Wir erwarten eine Entscheidung über den Antrag zur Hauptversammlung innerhalb der nächsten 14 Tage", sagte ein Sprecher des Amtsgerichtes am Freitag der dpa. Allgemein wird dem Antrag nur wenig Aussicht auf Erfolg zugemessen, weil schon in der vergangenen Hauptversammlung alle entsprechenden Themen auf der Tagesordnung standen. Wird der Antrag zurückgewiesen, erlischt auch die Einstweilige Verfügung und Babcock kann die HDW-Anteile an US-Investor One Equity Partners verkaufen.

Bacock-Sprecher Hans-Jörg Wieckmann sagte, wichtig sei die Entscheidung der EU-Kommission. Ob man gegen die Einstweilige Verfügung vorgehe, werde noch geprüft. Die EU-Kommission entschied ungeachtet der Bedenken der deutschen Kartellbehörde für den Verkauf. Mit der Transaktion entstehe keine marktbeherrschende Stellung, schrieb die Kommission. Auch sei die Investorengruppe One Equity Partners (OEP) nicht mit US-Herstellern von Militärgerät verbunden. Es gebe auch keine Hinweise, wonach andere Unternehmen an der Finanzierung der Übernahme beteiligt seien.

Spekulationen zurückgewiesen

OEP hatte hatte bereits zu Wochenbeginn Spekulationen zurückgewiesen, wonach der US-Rüstungskonzern General Dynamics hinter der Übernahme der Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW/Kiel) stehe. Die Werft verfügt über eine innovative Technik für U-Boote mit Brennstoffzellen-Antrieb.

Die OEP will insgesamt 75 Prozent der Anteile an der Kieler HDW von den bisherigen Anteilseignern Babcock Borsig sowie Preussag übernehmen. Babcock Borsig will einen HDW-Anteil von 25 Prozent an One Equity verkaufen. Zuletzt hatte es Spekulationen über eine enge personelle Verflechtung zwischen der Investorengruppe und dem amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics gegeben.

Das Bundesverteidigungsministerium sieht sich durch eine HDW- Übernahme durch Ausländer nicht tangiert. "Das ist eigentlich kein Thema, das uns unmittelbar betrifft. Das ordnen wir der Wirtschaft zu", sagte ein Sprecher.

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