An der Wall Street gibt es sieben Spezialistenfirmen: NYSE untersucht Praktiken von Spezialistenfirmen

An der Wall Street gibt es sieben Spezialistenfirmen
NYSE untersucht Praktiken von Spezialistenfirmen

Die New Yorker Börse (NYSE), der weltgrößte Aktienmarkt, sieht sich im Mittelpunkt einer Kontroverse über Handelspraktiken der so genannten Spezialistenfirmen. Sie sollen teilweise unter Kenntnis der jeweiligen Auftragslage auf eigene Rechnung Aktien gekauft oder verkauft haben, ehe sie Kauf- oder Verkaufsaufträge ihrer Kunden abgewickelt hatten.

HB/dpa NEW YORK. Damit sollen Kunden geschädigt worden sein, während die Spezialisten profitierten. Dies ist unzulässig, weil die NYSE von einem fairen Handel auf dem Börsenparkett lebt.

Die New Yorker Börse untersucht die Handelspraktiken mehrerer Spezialistenfirmen, bestätigte sie am Donnerstag in einer kurzen Stellungnahme. Die NYSE wolle im Falle von Verstößen die Informationen veröffentlichen sobald die Untersuchungen und die Klageverfahren beendet seien. Damit hat die Börse entsprechende Berichte des "Wall Street Journal" bestätigt.

Die Spezialistenfirmen haben die Funktion, den An- und Verkauf der ihnen zugeordneten Aktien in einer fairen und ordnungsgemäßen Weise abzuwickeln. Die Makler, die die jeweiligen Aktien kaufen oder verkaufen wollen, versammeln sich auf dem Börsenparkett vor dem Händler oder "Spezialisten" für den jeweiligen Wert. Dieser hat die Aufgabe, ihre Kauf- und Verkaufsaufträge abzuwickeln und einen ordnungsgemäßen Handel in der ihm zugeordneten Aktie aufrecht zu erhalten. Seine Firma erhält für diese Funktion Gebühren.

Eigenhandel der Spezialisten ist nicht untersagt. Dagegen ist das so genannte "front-running" unzulässig, das heißt die Ausnutzung der Kenntnis der Auftragslage für den Handel zu eigenen Gunsten und zu Lasten der Kunden.

Es gibt an der 211 Jahre alten New Yorker Börse sieben Spezialistenfirmen. Nach Angaben der Zeitung werden mindestens fünf der sieben Firmen untersucht. Die Börse selbst gab nicht bekannt, welche Firmen sie unter die Lupe genommen hat. Die amerikanische NASDAQ-Börse, der zweitgrößte Aktienmarkt der Welt, hat hingegen kein Börsenparkett. Der Handel läuft dort elektronisch über ein Computersystem.

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