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An der Wall Street stehen die Zeichen auf Erholung

Nach Alan Greenspans Zinsentscheidung drehten die New Yorker Aktienmärkte gestern in die Verlustzone. Heute stehen die Zeichen auf Erholung.

NEW YORK. Der gestrige Ausverkauf sei übertrieben gewesen, erklären einige Händler. Gewinnmitnahmen und die Sorge um eine weiterhin kränkelnde US-Wirtschaft belasteten die Stimmung und bescherten New Yorks wichtigsten Indizes Kursverluste im dreistelligen Punktebereich. Am Morgen stehen die Zeichen wieder auf grün. Stärker notieren am Morgen die Aktien von Sun Microsystems, Microsoft und Intel . Auch Texas Instruments legt an Wert zu. Die Futures deuten auf einen behaupteten Handelsstart. Der S&P 500 Future steht mit sieben Punkten im Plus. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq wagt sich sogar 25 Punkte ins positive Terrain.

Doch egal was passiert, die US-Marktteilnehmer interessieren sich zunehmend für weitere Geschäftsergebnisse Unternehmensentwicklungen. Um so zufriedener sind sie, das Intuit am Morgen die Umsatzerwartungen für die kommenden zwölf Monate bestätigt. Der Vorstand des Softwareproduzenten geht davon aus, dass der Umsatz im nun begonnenen Geschäftsjahr um mindestens 15 Prozent wachsen werde. Zudem dürften die Anleger Intuits Zahlen für das vierte Quartal freuen. Statt des von der Mehrheit der Analysten erwarteten Verlusts von zehn Cents pro Aktie, erwirtschaftete der Softwareproduzent nur einen Fehlbetrag von acht Cents. Der Umsatz ist im vierten Geschäftsquartal um 18 Prozent auf 191,2 Millionen Dollar gestiegen. Die Aktie gehört vorbörslich zu den am meisten gehandelten Papieren und legt über zehn Prozent an Wert zu.

Gefragt ist im vorbörslichen Handel auch die Aktie von General Motors . Der weltweitgrößte Automobilkonzern bestätigte, dass das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal erfüllen wird. Erst Ende vergangener Woche hatte Konkurrent Ford vor einem enttäuschenden Gesamtjahresergebnis gewarnt und angekündigt, 5000 Mitarbeiter zu entlassen. Die Nachricht hatte die Automobilbranche zunächst belastet. General Motors gibt am Morgen Entwarnung. Der Konzern erwartet ein Ergebnis von 83 Cents pro Aktie. Sollte General Motors das Ergebnis tatsächlich erwirtschaften, könnte der Konzern die Gewinnerwartungen der Analysten um zwei Cents schlagen. Die Dresdner Kleinwort Wasserstein bekräftigt die Kaufempfehlung für GM. Das Kursziel steht bei 80 Dollar pro Aktie.

Unter Kursverlusten leiden am Morgen dagegen die Aktien von Merck und Pharmacia . Mercks Vioxx und Pharmacias Celebrex, beides Schmerzmittel, die den Unternehmen jährlich Einnahmen von bis zu fünf Milliarden Dollar bescheren, können angeblich zu gefährlichen Blutgerinnsel und Herzinfarkten führen. Das Risiko bestehe vor allem bei Patienten, die ohnehin schon unter Herzproblemen leiden. Das behauptet das US-Ärztemagazin "Journal of the American Medical Association" in seiner letzten Ausgabe. Doch nicht nur Merck und Pharmacia sind betroffen. Pharmacia vermarktet sein Schmerzmittel Celebrex gemeinsam mit Pfizer. Während Pharmacia vorbörslich 0,7 Prozent ins Minus rutscht, Merck bis zu 3,2 Prozent verliert, kann sich die Aktie von Pfizer noch 0,7 Prozent im Plus halten.

Nach der Ankündigung von Entlassungen rutscht die Aktie von AOL Time Warner am Morgen leicht ins negative Terrain. Der größte Internet- und Medienkonzern will 1 700 Arbeitsplätze streichen. 1.200 Mitarbeiter werden bei America Online vor die Tür gesetzt. Bei Netscape, dem Joint-Venture mit Sun Microsystems, sollen 500 Arbeitplätze abgebaut werden. Die Maßnahme kann das Ergebnis im dritten Quartal um bis zu 125 Millionen Dollar belasten. Ziel ist es, die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2001 zu erfüllen. Die Aktie von AOL Time Warner gewinnt im ausserbörslichen Handel leicht an Wert. Internetkollege Yahoo verteuert sich im vorbörslichen Handel ebenfalls.

© Wall Street Correspondents Inc.

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