An Flug- und Seehäfen
Kontrollen wegen Maul- und Klauenseuche verstärkt

Seit Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien sind an deutschen Flug- und Seehäfen die Kontrollen bei Reisenden von den britischen Inseln verstärkt worden. Der kritische Blick der Kontrolleure von Zoll und Veterinärämtern richtet sich vor allem auf mitgebrachte tierische Lebensmittel.

Reuters FRANKFURT. "Bis zur letzten Salami-Scheibe werden die Passagiere überprüft", sagt Christine Kolodzeiski vom Zoll am Frankfurter Flughafen. Auch kleinste Mengen Risikomaterials würden eingezogen. Auch andere Großbritannien-Souvenirs wie Jagdtrophäen und Felle stehen auf der schwarzen Liste der Zöllner.

Mit den Schutzmaßnahmen und Kontrollen soll ein Einschleppen der Viruskrankheit nach Deutschland verhindert werden. Die Gefahr ist nach Einschätzung von Staatssekretär Alexander Müller aus dem Verbraucherschutzministerium sehr hoch. In Deutschland war die Maul- und Klauenseuche zuletzt 1988 aufgetreten. Neben den Kontrollen an den Grenzen sollen auch Viehtransporte in Deutschland untersucht werden. Darüber hinaus werden auf Beschluss des Krisenstabs von Bund und Ländern ab Mittwoch alle Viehmärkte in Deutschland geschlossen. Bislang wurden aus Sicherheitsgründen in Deutschland rund 2 000 Tiere getötet.

Den Ankömmlingen aus Großbritannien scheinen die ungewöhnlichen Kontrollen an den Flughafen nichts auszumachen. "Die sind ganz froh, dass wir aufpassen. Schließlich will niemand etwas Ansteckendes mit sich herum schleppen", sagt Kolodzeiski. Womöglich ist das einer der Gründe, warum den Zollbeamten am größten deutschen Flughafen am Montag und Dienstag kaum britische Wurstbrötchen, Joghurts oder Käse-Brote in die Hände fallen. "Wir haben das Gefühl, dass die Reisenden schon durch die BSE-Krise sensibilisiert sind", sagt Kolodzeiski. In Frankfurt landen täglich 60 bis 70 Flugzeuge aus Großbritannien.

Informieren der Passagiere im Vordergrund

Auch für die Kontrolleure am Münchener Flughafen und dem kleineren Flughafen Berlin-Tegel läuft alles planmäßig. Man sei vor allem mit dem Informieren der Passagiere beschäftigt, heißt es. In Tegel werden die Flüge aus Großbritannien auf drei der 27 Flugsteige kontrolliert, an deren Ausgängen Container für mit gebrachte Lebensmittel stehen. "Die haben bisher nur Papier reingeschmissen", hat Amtsveterinär Wolfgang Kerl beobachtet. Auch in Düsseldorf sind die Behörden vornehmlich mit dem Informieren der Reisenden beschäftigt.

Eine junge Londonerin muss am Dienstagnachmittag in Frankfurt eine Flasche Milch abgeben, die die Zöllner als Reiseproviant in ihrer Tasche entdeckt haben. Die junge Frau weiß sofort, worum es geht. Die verdächtige Flasche landet zunächst auf einer Ablage an der Zollabfertigung, wo die Reisenden kontrolliert werden. Später wird sie mit allen weiteren Fundstücken in einer zwei Kubikmeter großen Abfalltonne gesammelt werden, die mit einem Zahlenschloss gesichert ist. "Anschließend wird alles verbrannt, so dass keine gefährlichen Rückstände übrig bleiben", sagt Kolodzeiski. Dies wird auch auf den anderen deutschen Flughäfen und im Hamburger Hafen so gehandhabt. Bei Stichproben seien bislang aber nur unerhebliche Mengen Schinken sowie Milch und Käse gefunden worden, sagt Peter Mielmann vom Hamburger Grenz-Veterinäramt.

Ob die amtlichen Kontrolleure mehr als Stichproben machen können, ist angesichts der Mill. Reisenden, die jährlich zwischen Deutschland und Großbritannien fliegen, fraglich. Nach Auskunft des Verbandes Deutscher Verkehrsflughäfen trafen 1999 auf dem Luftweg fast 3,95 Mill. Menschen aus Großbritannien in Deutschland ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%