An Kampfgeist mangelt es nicht
Montoya und Räikkönen zeigen Zähne

Michael Schumachers Verfolger sind in Lauerstellung und für die letzte Etappe im WM-Endspurt höchst motiviert. "Es ist noch nicht vorbei", sagten Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen vor den abschließenden Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft, in der sich Spitzenreiter Michael Schumacher mit seinem Sieg beim Großen Preis von Italien etwas absetzen konnte.

HB MONZA. "Im nächsten Rennen kann sich alles umkehren. Wir müssen nur weiter kämpfen", machte sich der Kolumbianer Mut. Räikkönen meinte: "Jetzt ist es schwieriger als vor diesem Wochenende. Aber man weiß nie, was in den letzten beiden Rennen passiert."

Montoya (79) hat drei, Räikkönen (75) nun sieben Punkte Rückstand auf Schumacher. Vor den zwei Rennen in Indianapolis und Suzuka wagten selbst die Experten keine Prognosen. "Prognosen gibt es für das Wetter. Alles ist offen", sagte der scheidende BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger. Der nun alleinige Chef der Münchner, Mario Theissen, beschrieb den Titelkampf so: "Da fahren zwei bis drei auf gleich hohem Niveau, und am Ende wird der Glücklichere gewinnen."

Schumachers schärfster Rivale Montoya war angesichts des starken Ferrari-Comebacks nicht allzu unglücklich mit dem zweiten Platz in Monza. "Ich habe nur zwei Punkte auf Michael verloren. Damit lässt sich leben", sagte der Williams-BMW-Pilot. Theissen traut dem temperamentvollen Südamerikaner auch die nötige Nervenstärke für den WM-Krimi zu: "Ich schätze ihn da sehr stark ein."

Räikkönens Team hofft auf eine Rolle als lachender Dritter. "Es konzentriert sich jetzt auf einen Zweikampf", sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug: "Aber es hat schon manchmal der Dritte daraus Kapital geschlagen." Der finnische Silberpfeil-Pilot will sich durch den vergrößerten Abstand zum Führungsduo nicht verrückt machen lassen: "Ich denke nicht über die beiden nach. Ich hoffe einfach, dass wir selbst stark sind." In Monza hatte er als Vierter nie in den Kampf um die Spitze eingreifen können. Aber er erwartet, "dass die Strecken in Indianapolis und Suzuka uns besser liegen".

Einer hat sich aus dem Titelrennen verabschieden müssen. Ralf Schumacher war zu Hause in Salzburg so traurig, dass er sich den Grand Prix nicht im Fernsehen anschauen konnte. "Ich war so fix und fertig und so enttäuscht, dass ich lieber mit meinem Sohnemann gespielt habe", berichtete der Williams-Pilot auf seiner Homepage. In Indianapolis will er wieder dabei sein.

Vor der USA-Reise arbeiten beide Teams unter Hochdruck. Williams-BMW testet in Silverstone, McLaren-Mercedes in Barcelona. Nach dem Hick-Hack um die Reifen erwartet Theissen von Michelin, das vor Monza kurzfristig schmalere Pneus liefern musste, noch einmal verstärkte Anstrengungen: "Was wir hier gefahren sind, war ja wirklich ein Schnellschuss, den Michelin unter höchstem Druck erzeugt hat. Ich gehe davon aus, dass sie in dieser Woche weiter gearbeitet haben und wir neue Reifen zum Testen bekommen."

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