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An Lungenmilzbrand Erkrankter kämpft um sein Leben

In den USA ist ein mit dem Lungenmilzbrand-Erreger infizierter Mitarbeiter einer Poststelle in Washington lebensbedrohlich erkrankt.

rtr WASHINGTON. Die behandelnden Ärzte teilten am Sonntag mit, sie kämpften um das Leben des Postsortierers, der am Freitag mit grippeähnlichen Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Im US-Bundesstaat Florida war Anfang des Monats bereits ein Mann an Lungenmilzbrand gestorben. Acht weitere Menschen sind offiziellen Angaben zufolge bislang mit dem Erreger infiziert, die meisten davon mit der weniger gefährlichen Form Hautmilzbrand. Der US-Kongress, der nach den Milzbrand-Funden geschlossen wurde, soll am Dienstag seinen normalen Parlamentsbetrieb wieder aufnehmen.

Etwa 40 Menschen sind in den USA im vergangenen Monat mit dem Milzbrand-Erreger in Kontakt gekommen. Davon arbeiteten 28 im US-Senat. Nach wie vor rätseln die US-Behörden über die Ursache des Ausbruchs der Milzbrand-Fälle. Eine Verbindung zum Moslem-Extremisten Osama bin Laden und dessen Organisation El Kaida lasse sich bislang nicht ziehen, hieß es.

Ein Sprecher der US-Post sagte, der mit Lungenmilzbrand infizierte Mann werde mit Antibiotika behandelt. Er habe in der Poststelle Brentwood im Nordosten Washingtons gearbeitet, in der die Postsendungen für den US-Senat und das US-Repräsentantenhaus sortiert würden, teilten die Behörden mit. In der Poststelle des US-Repräsentantenhauses waren Milzbrand-Spuren gefunden worden. Auch im Büro des Vorsitzenden der demokratischen Mehrheitsfraktion im US-Senat, Tom Daschle, war ein Brief mit Milzbrand-Erregern eingegangen. Das ließe vermuten, dass die Erreger in der Brentwood-Poststelle in konzentrierter Form aufgetreten seien, sagte US-Senator John Kerry dem US-Fernsehsender CBS.

Ein Polizeisprecher des Kapitols sagte am Sonntag in Washington, die Bürogebäude der beiden Parlamentskammern blieben am Montag noch geschlossen, um abschließenden Teste auf Milzbranderreger zu unternehmen. Am Dienstag sollten Senat und Repräsentantenhaus den Parlamentsbetrieb wieder aufnehmen.

Nach Angaben der Untersuchungsbehörden sind die Milzbranderreger, die bei den Anschlägen in Washington, New York und Florida, benutzt wurden, auf einen Stamm zurückzuführen, was auch auf dieselbe Herkunft schließen lasse. Die US-Regierung schließt einen terroristischen Hintergrund bei den Milzbrand-Fällen nicht aus. Hinweise auf Bin Laden und seine Organisation als Urheber gibt es nach US-Regierungsangaben jedoch nicht. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September in New York und bei Washington verantwortlich, bei denen vermutlich fast 5400 Menschen getötet wurden.

US-Außenminister Colin Powell sagte in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN auf die Frage, ob Irak in die Milzbrand-Anschläge verwickelt sein könnte: "Ich weiß es einfach nicht. Ich würde es Irak zutrauen. Wir wissen, dass sie (der Irak) an dieser Art von Terror-Waffe arbeiten und wir behalten sie sehr genau im Auge."

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