An Neuverpflichtungen ist nicht zu denken
Lautern auch finanziell in der Krise

Die turbulenten Zeiten beim 1. FC Kaiserslautern gehören noch lange nicht der Vergangenheit an. Zu den sportlichen Problemen der nach dem mageren 1:1 (0:0) gegen Arminia Bielefeld in dieser Bundesligasaison weiter sieglosen Pfälzer gesellen sich laut René C. Jäggi auch größere finanzielle Schwierigkeiten. "Der Eindruck, dass wir nicht auf Rosen gebettet sind, hat sich nach einigen Tagen intensiver Analyse erhärtet", sagte der Generalbevollmächtigte des Vereins.

HB KAISERSLAUTERN. Konkrete Angaben, wie hoch der im Budget bereits eingeplante Verlust wirklich ausfällt, will Jäggi erst im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 15. Oktober machen. Der Schweizer ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Probleme größer sind als bisher bekannt: "Es geht um erhebliche Zahlen, die muss man kommunizieren".

Kopfschmerzen bereitet Jäggi der Ausbau des Fritz-Walter-Stadions für die WM 2006. Derzeit verhandelt er intensiv mit den Banken über eine für den Club günstige Finanzierung. "Mir sind Verträge von den Banken vorgelegt worden, die ich nicht unterschrieben habe und auch nicht unterschreiben werde. Die Kosten für den Verein müssen geringer werden. Ich möchte nachverhandeln", sagte der 53-Jährige. Der Bundesligist trägt mit knapp 19 Mill. ? einen großen Anteil der Gesamtkosten von 47 Mill. ?. Es gehe um Zinsfragen, Amortisationsfristen und Kredite. Laut Jäggi haben die Banken die Bedingungen während des "Führungsvakuums" in den vergangenen vier Wochen deutlich verschärft.

Angesichts der Finanzprobleme sind dem Tabellen-Vorletzten die Hände gebunden. Dabei wären Neuverpflichtungen dringend nötig, wie sich beim spielerischen Offenbarungseid gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen einmal mehr zeigte. Jäggi weiß um diese Problematik: "Es gab schon einmal Zeiten, in denen zu starr in Beton investiert wurde. Damals ist der Verein abgestiegen."

Dem neuen Trainer Eric Gerets hilft diese Erkenntnis kaum weiter. "Ich bin enttäuscht, denn ein Punkt ist zu wenig. Man hat gesehen, dass die Mannschaft Angst hat", analysierte der Belgier nach seiner missglückten Bundesliga-Premiere. Die verunsicherten Lauterer suchten stereotyp mit hohen Bällen in die Spitze zum Erfolg zu kommen, ein Kombinationsspiel fand so gut wie nicht statt. "Wir müssen wieder Fußball spielen, den Ball zirkulieren lassen. Von hinten nur lange Bälle zu schlagen - das ist zu wenig", kritisierte Gerets.

Auch Jäggi war nicht angetan von der Vorstellung der zwar engagierten, aber ideenlosen FCK-Profis. "Wir konnten keine Wunder erwarten, denn wir haben den schlechten Zustand vorher schon gesehen. Gerets ist Experte und weiß, dass das nicht ausreichend war. Ich bin überzeugt, er wird die Schrauben anziehen", meinte der Generalbevollmächtigte, der den Belgier in die Pfalz geholt hatte.

Ein anderer Bundesliga-Debütant war dagegen sehr zufrieden. "Ich habe davon geträumt, einmal in der Bundesliga zu spielen. Nun ist der Traum wahr geworden", erklärte Südkoreas Nationalspieler Du-Ri Cha. Auch Arminia-Coach Benno Möhlmann stellte dem Sohn des ehemaligen Frankfurter Bundesligaprofis Bum Kun Cha ein ordentliches Zeugnis aus. "Für das erste Mal bin ich zufrieden mit ihm. Er wird sich künftig noch gefährlicher in Szene setzen", meinte Möhlmann. Der Punktgewinn nach Toren von Mario Basler (56.) und Momo Diabang (59.) sei eminent wichtig gewesen, "denn nach dem schlechten Spiel in München wollten wir beweisen, dass wir in der Bundesliga auch auswärts bestehen können", so Möhlmann.

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