An Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien
Deutsche Bank verkauft Südzucker-Paket

Die Deutsche Bank hat ihren Anteil an Europas größtem Zuckerkonzern Südzucker um mehr als die Hälfte reduziert und damit den geplanten Verkauf von Industrie-Beteiligungen fortgesetzt.

Reuters FRANKFURT/MANNHEIM. Mit dem Verkauf von 6,1 % der Südzucker-Anteile sinkt der Anteil der größten deutschen Bank auf 4,8 %, wie die Deutsche Bank am Freitag mitteilte. Die beiden Käufer kommen aus dem Agrarbereich und waren bereits bisher Südzucker-Aktionäre. Sie haben das Recht, bis 2005 ihre Anteile weiter aufzustocken. Die Deutsche Bank nimmt mit dem Verkauf zu marktnahen Preisen 160 Mill. ? ein, mehr als die Hälfte davon fließt direkt in das Ergebnis.

Mit dem Kauf von 4,5 % der Südzucker-Anteile stockt die österreichische Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien ihre Beteiligung an Südzucker nach Unternehmensangaben auf zehn Prozent auf. Den Genossenschaftsverband und Südzucker verbindet die gemeinsame Beteiligung am österreichischen Zuckerhersteller Agrana. Die übrigen 1,6 % gehen an die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungsgenossenschaft, den Mehrheitsaktionär von Südzucker, der seinen Anteil damit auf 56 % ausbaut. Die Genossenschaft mit Sitz in Würzburg gehört den Rübenbauern, die Südzucker auch beliefern. Sie zahlen in einem einmaligen Modell einen bestimmten Betrag für jede verkaufte Tonne Zuckerrüben an die seit 30 Jahren bestehende Genossenschaft, die dafür Aktien erwirbt.

Die beiden Genossenschaften ließen sich von der Deutschen Bank zudem ein Vorkaufsrecht für die restlichen 4,8 % an Südzucker aus deren Besitz einräumen. Die Bank verpflichtete sich nach eigenen Angaben, bis 2005 ohne Zustimmung der beiden keine weiteren Südzucker-Aktien zu verkaufen. Nach Berechnungen von Reuters hat die Deutsche Bank für die 10,66 Mill. Aktien gut 15 ? bezahlt. Die im MDax notierten Südzucker-Papiere stiegen bis zum Mittag um 3,8 % auf 15,33 ?. Der Verkauf war seit längerem erwartet worden. Händler hatten aber befürchtet, die Bank werde die Anteile über die Börse veräußern. Dies hatte bereits im Vorfeld den Kurs gedrückt.

Mit der Transaktion hat Südzucker seine Position in dem ab März 2003 auf 50 Werte verkleinerten MDax verbessert. Weil alle Beteiligungen unter fünf Prozent als Streubesitz gelten, erhöht sich der Streubesitz-Anteil am Südzucker-Kapital auf 33 von 28 %. Am Streubesitz misst die Deutsche Börse die Gewichtung einer Aktie im Index.

Mit dem Amtsantritt von Vorstandschef Josef Ackermann im Frühjahr 2002 hatte die Deutsche Bank begonnen, ihre Anteile an Industrieunternehmen zu verkaufen. Zuletzt hatte Deutschlands größtes Kreditinstitut seine Beteiligungen am Reifenhersteller Continental und der Deutschen Börse veräußert. Zu den noch verbliebenen größeren Beteiligungen der Deutschen Bank gehören DaimlerChrysler und Linde. Die Titel der Deutschen Bank legten 0,4 % auf rund 46 ? zu. Seit Jahresbeginn haben die Papiere des Finanzinstituts jedoch mehr als 40 % eingebüßt.

Südzucker hatte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 (zum 28. Februar) 2,17 Mrd. ? umgesetzt und einen operativen Gewinn von 235 Mill. ? erzielt. Für das Geschäftsjahr 2002/03 rechnet der Zuckerkonzern nach Aussage von Finanzchef Christoph Kirch Anfang Dezember mit einem Anstieg des operativen Gewinns um 11,4 % auf 518 Mill. ?.

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