An vier Orten gleichzeitig
Grüne schicken Spitzenquartett ins Rennen

Die kleinste Landtagspartei hat die meisten Spitzenkandidaten. Anstelle nur eines Herausforderers schicken die Grünen ein Quartett gegen Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ins Rennen.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Grünen in Bayern schicken ihre beiden Landesvorsitzenden Margarete Bause und Sepp Daxenberger sowie das Fraktions-Spitzenduo Christine Stahl und Sepp Dürr ins Rennen. "Da können wir zugleich an vier Orten sein und vier Mal so viel bewegen", scherzte Bause bei der Vorstellung des Spitzenteams. Tatsächlich gewählt werden kann allerdings nicht das ganze Quartett: Daxenberger, ausgerechnet der prominenteste Kopf, kandidiert nicht für den Landtag.

"Wir zeigen es der schwarzen Macht", lautet der Wahlkampf-Slogan. Die Grünen wollen die "Premium-Opposition" sein - eine kleinere, aber bessere Opposition als die SPD. Als einzige Partei nennen sie ein konkretes Wahlziel: den Zahlendreher von den 5,7 Prozent des Jahres 1998 auf 7,5 Prozent. Die vierfache Personalstärke sei ein Vorteil, weil die Grünen-Spitze so mehr Termine absolvieren könne, sagt Daxenberger. "Dafür ist natürlich auch der Wiedererkennungseffekt geringer als bei einem einzigen Spitzenkandidaten." Die Grünen wollten aber hauptsächlich ihre örtlichen Kandidaten herausstellen und stärken.

Der 40 Jahre alte Waginger Bürgermeister Daxenberger ist Bayerns bekanntester grüner Kommunalpolitiker. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr holte er in seiner Heimatgemeinde im "schwarzen" Oberbayern ein Traumergebnis von 75,6 Prozent. Der Bio-Bauer und gelernte Schmied soll vor allem auf dem Land Stimmen holen, wo die Grünen traditionell schwach sind.

Daxenbergers 44 Jahre alte Vorstandskollegin Bause hingegen spricht eher die städtische Stammwählerschaft an. Die Sozialwissenschaftlerin stand bereits von 1991 bis 1993 an der Spitze der bayerischen Grünen, seit 1998 amtiert sie zum zweiten Mal. Ihr Thema ist vor allem die Gesellschaftspolitik. 1998 erregte sie bei moralstrengen Grünen Anstoß mit einer Großaufnahme ihrer langen Beine auf einem Wahlplakat. Bekannt ist sie auch für ihre scharfe Zunge: "Die CSU-Frauenpolitik ist so sexy wie eine Feinrippunterhose", spottete sie einmal.

Fraktionschefin Christine Stahl (45) ist die einzige Fränkin im grünen Bunde. Die Juristin aus Nürnberg ist die Rechtsexpertin der Landtags-Grünen und legt sich gern mit Innenminister Günther Beckstein und Justizminister Manfred Weiß (beide CSU) an. Ihr Ko- Fraktionschef Sepp Dürr ist mit 50 Jahren der Älteste im Spitzenteam. Von Beruf ebenfalls Bio-Bauer, hat er sich im Landtag in den vergangenen Jahren vor allem als Kontrahent von Agrarminister Josef Miller (CSU) profiliert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%